Sechsfach-Mord Rot am See

Sechsfach-Mord in Rot am See – 6 Tote – Tatverdächtiger schoss mit halbautomatischer Kurzwaffe

Kreis Schwäbisch Hall

Rot am See. Eine Tragödie ereignete sich am Freitag, den 24.01.2020, in der 5300-Seelen-Gemeinde Rot am See im Landkreis Schwäbisch Hall in Baden-Württemberg. Ein 26-jähriger Tatverdächtiger tötete mit einer halbautomatischen Kurzwaffe 6 Familienmitglieder. Zwei weitere erwachsene Personen wurden schwer und lebensgefährlich verletzt. Noch einmal zwei weitere Personen, ein Kind und Jugendlicher, wurden bedroht, jedoch körperlich nicht verletzt. Das Motiv ist weiterhin völlig unklar. Der Tatverdächtige schweigt. Die Tat erschüttert die gesamte Bundesrepublik.

Tatverdächtiger rief bei der Polizei an und teilte mit 6 Personen getötet zu haben

Um 12.48 Uhr ging in dem Führungs- und Lagezentrum des Polizeipräsidium Aalen ein Notruf eines 26-jährigen Mannes ein. Der Mann teilte den Disponenten des Notrufes mit, dass er soeben mehrere Personen in der Bahnhofstraße in Rot am See erschossen habe. Die Mitteilung löste zugleich einen Großalarm von Einsatzkräften der Polizei und Rettungsdienst aus. Die Polizeibeamten konnten die telefonische Verbindung mit dem 26-Jährigen so lange aufrechterhalten, bis um 12.57 Uhr, 9 Minuten nach dem Anruf, die ersten Polizeibeamten des Polizeireviers Crailsheim am Tatort eintrafen. Auf telefonische Anweisung hin begab sich der 26-Jährige vor das Gebäude und ließ sich widerstandslos festnehmen. Die halbautomatische Kurzwaffe ließ dieser im Gebäude zurück.

6 tote Personen in Gebäude und Hinterhof aufgefunden – Familienangehörige – Mehrere Verletzte

Im weiteren Verlauf durchsuchten die eingesetzten Polizeibeamten sofort das Anwesen. 2 getötete Personen wurden im Gebäudeinnern und 4 getötete Personen im Hinterhof des Anwesens durch die Polizeibeamten aufgefunden. Bei den Getöteten handelt es sich um den 65-jährigen Vater, die 56-jährige Mutter, zwei weitere Männer im Alter von 36 und 69 Jahren und zwei weitere Frauen im Alter von 36 und 62 Jahren, die ebenfalls in einem noch nicht gänzlich verifizierten verwandtschaftlichen Verhältnis zum Tatverdächtigen stehen, wie das Polizeipräsidium Aalen mitteilte.

Ferner wurden zwei weitere Personen durch Schüsse schwer und lebensgefährlich verletzt. Hierbei handelt es sich um eine Frau und einen Mann. In welchem Beziehungsverhältnis diese beiden auswärtigen Personen zum Tatverdächtigen stehen, ist Gegenstand der intensiven Ermittlungen.

Ebenso wurden noch zwei männliche Personen, darunter ein Kind im Alter von 12 und eine Jugendlicher im Alter von 14 Jahren, die ebenfalls mit dem mutmaßlichen 26-jährigen Täter verwandt sind, bedroht; nach derzeitigem Kenntnisstand nicht körperlich verletzt. Die intensiven Betreuungsmaßnahmen laufen.

Tatverdächtiger ist Sportschütze – Halbautomatische 9 mm Kurzwaffe legal im Besitz

Der 26-jährige Tatverdächtige ist im Tatobjekt wohnhaft und strafrechtlich bislang nie in Erscheinung getreten. Bei dem Tatobjekt handelt es sich um eine große ortsbekannte Gaststätte. Er verfügte über eine waffenrechtliche Erlaubnis und war damit nach derzeitigem Ermittlungsstand legal im Besitz einer halbautomatischen Kurzwaffe, 9 mm. Ein teil der Opfer war ebenso in diesem Objekt wohnhaft.

Das Motiv ist derzeit völlig unklar – Ermittlungen laufen auf Hochtouren – Tatverdächtiger schweigt

Was der oder die Gründe des 26-jährigen Tatverdächtigen sind, der 6 Personen tötete, weitere zum Teil lebensgefährlich verletzte und bedrohte, ist bislang völlig unklar. Nach der erfolgreichen Festnahme vor Ort machte der Tatverdächtige von seinem Aussageverweigerungsrecht Gebrauch. Die Staatsanwaltschaft Ellwangen sowie das Polizeipräsidium Aalen haben den Tatverdächtigen derzeit in Gewahrsam.

Ermittlungsbehörden gehen von einem „Familiendrama“ aus

Die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Ellwangen und des Polizeipräsidiums Aalen dauern derzeit an. Wovon die Ermittlungsbehörden aktuell ausgehen, ist, das es sich um ein Familiendrama handelt. Ein sechsfacher Mord. Weitere Informationen erhoffen sich die Ermittler durch den hinzugezogenen Rechtsanwalt des Tatverdächtigen.

Über 130 Einsatzkräfte von Polizei, Kriminalpolizei, Landeskriminalamt und Rettungsdienst im Einsatz

Die Polizei war mit einem Großaufgebot vor Ort. Es waren rund 100 Einsatzkräfte, sowohl von der Schutz- als ebenso von der Kriminalpolizei, im Einsatz. Das Polizeipräsidium Aalen wurde durch weitere Beamte des kriminaltechnischen Institutes vom Landeskriminalamt Baden-Württemberg bei der Tatortarbeit unterstützt. Der Rettungsdienst des Deutschen-Roten-Kreuz befand sich mit rund 30 Einsatzkräften an der Tatörtlichkeit. Ebenso waren mehrere Kriseninterventionsteams im Einsatz.

Tatverdächtiger sowie alle Opfer haben die deutsche Staatsangehörigkeit

Bei dem 26-jährigen Tatverdächtigen sowie den 6 getöteten Personen, den weiteren verletzten und bedrohten Personen handelt es sich allesamt um deutsche Staatsangehörige. Dies teilte die Staatsanwaltschaft Ellwangen ausdrücklich mit. Der Tatverdächtige sowie dessen Familienmitglieder stammten alle aus Rot am See.

Bürgermeister erschüttert über Tat – Öffentliche Veranstaltung abgesagt

Rot am See‘s Bürgermeister Siegfried Gröner teilte in einem Interview mit banews.de mit, dass die Tat die gesamte Gemeinde erschüttert. Gröner wurde kurz nach der Tat von der Kriminalpolizei Waiblingen informiert und begab sich sofort an die Tatörtlichkeit. „Die Stimmung war erdrückend“, wie Gröner mitteilte. Eine für den um 20.00 Uhr Abend anstehende öffentliche Veranstaltung, Comedy-Kabarett, im Bürgerhaus wurde umgehend abgesagt.

Leitender Oberstaatsanwalt im Interview – Beantragung des Haftbefehls

Der von der Staatsanwaltschaft Leitende Oberstaatsanwalt Andreas Freyberger sagte ebenso gegenüber banews.de, das man in enger Zusammenarbeit mit der Kriminalpolizei agiere. „Aufgrund dessen, das der Tatverdächtige von Beginn an von seinem Aussageverweigerungsrecht gebraucht gemacht hatte, ist es derzeit schwer weitere Maßnahmen zu Treffen. Erst, sobald sich der Tatverdächtige mit seinem Rechtsbeistand äußern wird, wird weiter-entschieden“. Man gehe jedoch davon aus, so der Leitende Oberstaatsanwalt, „das man bereits Morgen (Samstag, den 25.01.2020), einen Schritt weiter ist, nachdem der dann beantrage Haftbefehl vollzogen werden kann.“ „Sobald dies geschehen ist, erfolgt die Überlieferung der Gewahrsam in eine Justizvollzugsanstalt“, so Freyberger abschließend.

Polizeipräsident schwer bestürzt

Polizeipräsident Reiner Möller des Polizeipräsidium Aalen zeigte sich wie viele der anwesenden und erfahrenden Ermittler schwer bestürzt von dieser Tat. Gegenüber banews.de sagte Möller, „das dieses Ausmaß erschütternd ist und ebenso erfahrene Ermittler nicht kalt lässt.“ „Man stehe in engem Austausch mit der Staatsanwaltschaft Ellwangen.“

Hinweis: Der Beschuldigte gilt bis zu einer rechtskräftigen Verurteilung durch ein Gericht als unschuldig.


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