Breitbandversorgung im Main-Tauber-Kreis ist ordentlich – Weiße Flecken stehen noch an

Main-Tauber-Kreis

Main-Tauber-Kreis. Die Breitbanderschließung im Main-Tauber-Kreis ist gut vorangeschritten. Bereits im Mai 2019 wurde die Umsetzung des so genannten Basiskonzeptes zum Breitbandausbau bis auf wenige Einzelanschlüsse fertig gestellt. Landrat Reinhard Frank freut sich, dass jetzt in den Dörfern und kleineren Gemeinden annähernd überall eine moderne Breitbandverbindung genutzt werden kann. »Damit ist der Main-Tauber-Kreis als ländlicher Raum an die großen nationalen und internationalen Märkte angeschlossen«, erklärt der Landrat.

99 % aller Anschlüsse mit mindestens 50 Mbit/s versorgt

Im Rahmen des Basiskonzepts wurden mehr als 99 Prozent aller Anschlüsse im geförderten Projektgebiet des Main-Tauber-Kreises mit einer Bandbreite von mindestens 50 Mbit/s versorgt. Außerhalb dieses Gebietes baut die Deutsche Telekom, wie ebenso andere Anbieter, ihr Breitbandnetz auf eigene Rechnung und ohne öffentliche Förderung weiter aus.

Der Wert von mindestens 50 Mbit/s erhöht sich durch die Vectoringtechnik, welche die Telekom Schritt für Schritt einrichtet und einschaltet. Durch Vectoring und Supervectoring erhöhen sich die Werte auf bis zu 250 Mbit/s im Download. Im Basiskonzept ist eine Glasfaserversorgung bis zu den Verteilerkästen vorgesehen. Für die letzten Meter vom Verteilerkasten zum einzelnen Haus werden die bestehenden Kupferkabel genutzt.

Main-Tauber-Kreis zählt nach Studie »zu den erfolgreichen ländlichen Räumen in Deutschland«

»Bei der Entscheidung für diese Variante war es dem Kreistag wichtig, dass wir vor allem schnell und zügig von Creglingen bis Freudenberg am Main die Breitbandtechnologie verwirklichen«, erklärt Dezernent Jochen Müssig vom Landratsamt Main-Tauber-Kreis. Weitere Ausbauschritte könnten sich anschließen. Dieser Weg gelte heute als überaus vorteilhaft. Die jüngste Studie des Berlin-Instituts für Bevölkerung und Entwicklung belege, dass der Main-Tauber-Kreis zu den erfolgreichen ländlichen Räumen in Deutschland zählt. »Der Ausbau der Breitbandtechnologie leistet hierzu einen ganz entscheidenden Beitrag«, erklärt Müssig.

Schulen und Bildungseinrichtungen im Kreis bis Jahresende erschlossen

Die Wirtschaftsförderung des Main-Tauber-Kreises hat inzwischen längst die nächsten Schritte zur weiteren Verbesserung des Breitbandangebots eingeleitet. Gegenwärtig läuft die Erschließung aller Schulen und Bildungseinrichtungen im Landkreis. Fast alle werden bis Ende des Jahres 2019 mit einem Glasfaseranschluss ausgestattet sein. »Dort kann die Gigabyte-Technologie Einzug halten und die Digitalisierung der Schulen weiter vorangehen«, erläutert Jochen Müssig. Dies sei wichtig, damit junge, in wenigen Jahren auf den Arbeitsmarkt strebende Nachwuchskräfte das entsprechende Rüstzeug für die Digitalisierung mitbringen.

Anträge zur Erschließung der restlichen »weißen Flecken« in Berlin eingereicht

Zudem hat die Landkreisverwaltung Anträge zur Erschließung der Gewerbegebiete und der restlichen »weißen Flecken« in Berlin eingereicht. In den Gewerbegebieten besteht schon eine Breitbandversorgung. Die Bandbreiten sollen ebenso durch die unmittelbare Heranführung der Glasfaser an die Gebäude weiter erhöht werden. Gleiches ist für die verbliebenen restlichen weißen Flecken vorgesehen. Diese Hausanschlüsse konnten im Basiskonzept wegen der damaligen Vorgabe der Bundesregierung, das Projekt bis Ende 2018 abzuschließen, nicht aufgenommen werden. Konkret geht es um Anschlüsse in den Außenbereichen und an den Ortsrändern.

Für diese beiden Schritte wurde ein Förderantrag bei der atene KOM GmbH in Berlin eingereicht. Diese Gesellschaft ist vom Bundesministerium für Verkehr und Digitale Infrastruktur beauftragt, die Fördergelder des Bundes für die Breitbanderschließung zu bewilligen und den jeweiligen Erschließungsgebieten tatkräftig unter die Arme zu greifen. »Diese Unterstützung ist notwendig, denn ohne die Hilfe vom Bund und vom Land Baden-Württemberg könnte die Breitbanderschließung durch den Landkreis und seine Städte und Gemeinden nicht so rasch umgesetzt werden«, sagt Landrat Frank. Er bestätigt ebenso das gute interkommunale Miteinander. Bei der Breitbanderschließung hat die kommunale Familie, bestehend aus Städten, Gemeinden und Landkreis, bewiesen, dass im Schulterschluss ebenso große Projekte gestemmt werden können.

Kreis-Wirtschaftsförderung hofft auf Bewilligungsbescheid

Die Kreis-Wirtschaftsförderung hofft, dass der Bewilligungsbescheid aus Berlin in den nächsten Wochen eingeht. Es schließt sich das Ausschreibungsverfahren für die Gewerbegebiete und die weißen Flecken an. Erschließungsbündel sind planerisch gebildet. Die Abstimmung mit den Städten und Gemeinden hierzu wird begonnen. »Sobald der Förderbescheid des Bundes vorliegt, wird der Startschuss für die nächsten beiden Schritte der Breitbanderschließung gegeben«, erklären Dezernent Jochen Müssig und Amtsleiter Rico Neubert.


Foto: Symbolfoto