Zwei Lösungsansätze für das Ärgernis Bahnübergang in Wertheim – Gespräch unter Beteiligten

Kreis Schwäbisch Hall

Wertheim. Die langen Wartezeiten am Bahnübergang Tauberbrücke in Wertheim am Main sorgen wiederkehrend für Unmut und Diskussionen. Jetzt haben sich auf Einladung von Bürgermeister Stein Vertreter der Stadt und der Westfrankenbahn zusammengesetzt, um Abhilfe zu schaffen. In der Gesprächsrunde, die am Mittwoch, den 24.07.2019, unter Leitung von Oberbürgermeister Markus Herrera Torrez geführt wurden, konnten zwei Lösungsansätze erarbeitet werden. Der OB lobte im Anschluss die »sehr konstruktive Atmosphäre« des Arbeitsgesprächs.

Einigkeit bei Problemfindung – Bahnschranken bleiben zu oft zu lange unten

In der Problemanalyse waren sich Stadt und Westfrankenbahn einig: Die Bahnschranke bleibt zu oft zu lange unten. Genervte Verkehrsteilnehmer und Rückstaus in die Verkehrsquartiere rechts und links der Tauber sind die Folge. Beide Seiten hatten die Schließzeiten unabhängig voneinander erhoben und waren zum annähernd gleichen Ergebnis gekommen: Die Schließdauer reicht nach Erhebungen der Stadtverwaltung von 1:50 Minute bis über 9:19 Minute, im Schnitt liegt sie bei knapp über 4 Minuten.

Laut Betreiber soll Fahrplanwechsel im Dezember erste Entlastung bringen

Eine erste Entlastung soll der Fahrplanwechsel bringen, der nach Erläuterungen von Denis Kollai, Geschäftsleiter der Westfrankenbahn, ab Mitte Dezember 2019 greift. Der Fahrplan wird so verändert, dass die Züge den Bahnübergang in größeren Zeitabständen passieren. Bisher bleibt die Bahnschranke oft unten, bis der eine Zug am Bahnhof Wertheim ein- und der nächste ausgefahren ist.

Zweite Lösung von OB vorgeschlagen – Signalanlage soll Verkehrsteilnehmer rechtzeitig Warnen

Eine zweite Lösung wurde auf Anregung von OB Herrera Torrez diskutiert. Sie zielt auf eine Signalanlage, die die Verkehrsteilnehmer links und rechts der Tauber über die geschlossene Bahnschranke so informiert, dass sie dem Stau rechtzeitig ausweichen können. Das gilt links der Tauber für den Verkehr aus Richtung Wartberg kommend, der an der Kreuzung Uihleinstraße / Bahnhofstraße die Bahnschranke über die Bahnhofstraße umfahren kann. Das gilt ebenso für den Verkehr auf der L2310 aus Richtung Eichel kommend, der auf Höhe Spitzer Turm entscheiden kann, ob er den Weg über die Tauberbrücke wählt oder besser geradeaus über die Odenwaldbrücke und dann weiter Richtung Bahnhof fährt.

Betreiber und Behörde überprüfen zweite Lösung – Ergebnis im September möglich

Die Westfrankenbahn und das Straßenbauamt werden prüfen, ob und wie eine solches Signalsystem, das mit der Schließanlage des Bahnübergangs und der Ampel an der Tauberkreuzung gekoppelt ist, installiert werden kann. Ein Ergebnis soll im September vorliegen.

Die Teilnehmer der Gesprächsrunde, darunter auch Vertreter der Gemeinderatsfraktionen, äußerten sich am Ende zuversichtlich, dass das Problem der langen Wartezeiten am Bahnübergang mit diesen beiden Lösungsansätzen zumindest entschärft werden kann. Positiv aufgenommen wurde ebenso die Zusicherung von Denis Kollai, dass die nächtlichen Rangierfahrten bis auf die Höhe Hämmelsgasse nach Abschluss der aktuellen Gleisbauarbeiten stark reduziert werden.


Foto: René Engmann (Symbolfoto)