Mobilfunkversorgung im Auftrag des Neckar-Odenwald-Kreises analysiert – Messwagen fuhren

Neckar-Odenwald-Kreis

Neckar-Odenwald-Kreis/Mosbach. Gründlich ausgeleuchtet wurde die Mobilfunkversorgung im Neckar-Odenwald-Kreis zwischen Mitte und Ende Juni 2019 durch Messwagen des Mobilfunk-Dienstleisters P3 aus Aachen. Die im Auftrag des Neckar-Odenwald-Kreis erhobenen Daten sollen dazu dienen, den Mobilfunkausbau voranzutreiben. Mit der Auswertung der Daten ist der September 2019 angesetzt.

Messwagen mit hochspezialisierter Technik fuhren durch den Landkreis

Mit zwei nach außen unscheinbaren, innen aber mit hochspezialisierter Technik ausgestatteten Messwagen sind Ingenieure des Dienstleisters die Straßen in so genannten »Drive Tests« systematisch abgefahren. Dabei führten sie Dauermessungen durch, die später zu einem kompletten Bild der Mobilfunkversorgung zusammengesetzt werden. Die Daten sind wiederum von entscheidender Bedeutung, damit ein Mobilfunkanbieter oder ein neutraler Funkturmbetreiber in neue Funkstandorte investiert.

Erhobene Daten für Interessenten unentbehrlich

»Kann ein Landkreis diese Daten einem Interessenten zur Verfügung stellen, steigen die Chancen auf eine Investition erheblich«, sagte der Wirtschaftsförderer des Landratsamtes, Johannes Biste. So hatte die Kreisverwaltung zuvor insbesondere mit dem Unternehmen ATC Germany Services (Ratingen), ein Tochterunternehmen der American Tower Corporation (ATC) in Boston (USA), intensive Gespräche geführt. Das Unternehmen prüft geeignete Standorte, baut auf eigene Rechnung Mobilfunkmasten, stattet diese mit der entsprechenden Technik aus und vermietet sie dann an alle potenziellen Interessenten, erklärt Biste.

Qualität der Kundenwahrnehmung und Netzwerkabdeckung intensiv getestet

Um aussagekräftige Daten zu bekommen, standen im Mittelpunkt der von P3 durchgeführten Messungen die Themen Netzwerkabdeckung und Kundenwahrnehmung. Die Netzwerkabdeckung bezieht sich auf die Qualität der Netzabdeckung der einzelnen Anbieter im Kreis. Die Kundenwahrnehmung wird wiederum gemessen, indem kundenübliche Telefonate und Internetnutzungsverhalten simuliert werden. Analysiert wurden so die 2G-, 3G- und 4G-Frequenzen in Bezug auf Upload, Download, Web Browsing, Reaktionszeit (Ping) und den maximalen Datenfluss.

Beim Telefonieren wurde neben der Erreichbarkeit, ebenso die Geschwindigkeit des Sprachaufbaus und die Sprachqualität gemessen. Beim mobilen Internet kontrollierten die P3-Mitarbeiter die weltweit und national meist aufgerufenen Internetseiten, während die Video-Qualität anhand von drei Videos getestet wurde.

Auswertung der Daten für September 2019 anberaumt

»Mit diesen Ergebnissen steht dem Kreis demnächst erstmals eine fundierte Datenbasis zur Verfügung, die als Grundlage für den gezielten Bau einzelner Funkmasten durch Unternehmen wie ATC Germany, zugleich für den Eigenausbau durch die drei Netzbetreiber dienen kann«, betont Biste. Mit dem Vorliegen der ausgewerteten Daten sei bis September 2019 zu rechnen. Danach werde die Landkreisverwaltung Gespräche mit ATC und den Anbietern beginnen. Die Kosten für die Tests trägt der Kreis. Beschlossen wurde dies durch den Kreistagsausschuss für Wirtschaft, Umwelt und Verkehr im April.


Foto: Landratsamt Neckar-Odenwald-Kreis