Lebensrettendes Jubiläum im Bauland – Fünf Jahre Notarztstandort Osterburken

Neckar-Odenwald-Kreis

Osterburken. Ein unter Umständen lebensrettendes Jubiläum können die Neckar-Odenwald-Kliniken zusammen mit dem Deutschen-Roten-Kreuz am 1. Juli 2019 in Osterburken feiern. Auf den Tag genau, ist ein Notarzt genau fünf Jahre stationiert. Mussten die Notärzte zuvor aus Buchen oder gar aus benachbarten Kreisen anfahren, wurde die nahe und daher schnelle Hilfe der Notfallmediziner in diesen fünf Jahren bereits rund 2.000 Mal in Anspruch genommen.

Für die Osterburkener bereits ein Alltagsbild

»Für viele Osterburkener gehört der ausrückende Notarzt inzwischen zum Alltagsbild; es muss anlässlich unseres kleinen Jubiläums daran erinnert werden, dass dahinter jede Menge Organisationsaufwand und Überzeugungsarbeit steckt. Und über 250 Einsätze allein in diesem Jahr zeigen, wie dringend dieser Standort gebraucht wird, der jetzt  glücklicherweise 24 Stunden am Tag besetzt ist«, betont der Ärztliche Direktor der Neckar-Odenwald-Kliniken und Notfallmediziner Priv.-Doz. Dr. Harald Genzwürker, der für die Organisation des Notarztdienstes in Asbach, Buchen, Mosbach und Osterburken verantwortlich ist.

DRK-Kreisverbände Mosbach und Buchen freuen sich über das Plus an Sicherheit

Auch die Geschäftsführer der DRK-Kreisverbände Mosbach und Buchen, Steffen Blaschek und Joachim Herrmann, die die Rettungsassistenten und Notfallsanitäter sowie die Notarzteinsatzfahrzeuge und Rettungswagen stellen, freuen sich über dieses Plus an Sicherheit: »Der Rettungsdienst stellt die Verantwortlichen derzeit vor große Herausforderungen – wir setzen alles daran, die gesetzlichen Vorgaben einzuhalten, damit ebenso im ländlichen Raum die schnelle Hilfe im Notfall gewährleistet ist.«

Gute Versorgung nach und nach aufgebaut – Notarzt muss nicht mehr selbst fahren

Dass diese gute Versorgung nicht selbstverständlich ist, zeigt die kurze, durchaus wechselvolle Geschichte des Standorts. In der ersten Phase musste der von den Neckar-Odenwald-Kliniken gestellte Notarzt selbst fahren, was ein zusätzliches Maß an Ortskenntnis und Konzentration erforderte. Nach zwei Jahren wurde ein Rettungsassistent beziehungsweise Notfallsanitäter eingesetzt, so dass der Arzt als Beifahrer sich schon während der Fahrt über den Notfall umfassend informieren konnte.

Notarzt rückte zum Teil mit im Rettungswagen aus

Da es jedoch nicht immer leicht war ausreichend Personal zu finden, rückte der Notarzt später zum Teil im Rettungswagen mit aus. War der Arzt lange Zeit nur tagsüber direkt in Osterburken stationiert. »Und erst seit März 2019 können wir das Modell fahren, das zur Versorgung der Bevölkerung und Sicherstellung der Hilfsfristen am besten geeignet ist: Ein in der Regel 24-Stunden am Tag verfügbarer Notarzt, der von einem Rettungsassistenten oder Notfallsanitäter im eigenen, schnellen Notarzteinsatzfahrzeug gefahren wird. Dafür hat sich das stete Dringen auf diese Lösung gelohnt«, betont Dr. Genzwürker.

Seitdem rücken die Notärzte nicht mehr von der Rettungswache in der Boschstraße aus, sondern starten in der Industriestraße. Beschlossen wurden die Erweiterungen der Einsatzbereitschaft jeweils durch den zuständigen Bereichsausschuss, finanziert wird die Mehrleistung wie auch grundsätzlich die Notarztbereitschaft durch die Krankenkassen.

Ein Plus für Patienten und deren Angehörige

Ebenfalls gelohnt hat es sich für die Patienten und deren Angehörige, die über die 112 und damit die Integrierte Leitstelle in Mosbach das Ausrücken der Notfallmediziner auslösen. In erster Linie werden binnen weniger Minuten Erkrankungen des Herzens wie Herzinfarkt, Rhythmusstörungen und Blutdruckentgleisungen bis hin zum Herz-Kreislaufstillstand versorgt. Ebenso neurologische Probleme wie Schlaganfall, Hirnblutungen und Krampfanfälle sind häufig, dazu kommen Atemstörungen wie beispielsweise Asthmaanfälle. Die Versorgung von Verletzten nach Verkehrs-, Arbeits-, Sport- und Schulunfällen verursacht weniger als ein Fünftel aller Alarmierungen.

Zusammenarbeit funktioniert immer hervorragend

»Die Versorgung an der Einsatzstelle funktioniert immer in hervorragender Zusammenarbeit mit den Rettungsassistenten und Notfallsanitätern der Rettungswagen, die gemeinsam mit dem Notarzt am Notfallort eintreffen«, unterstreichen Dr. Genzwürker, Blaschek und Herrmann. Dies sei eine Schlagkraft für alle Bauland-Gemeinden und darüber hinaus, die man gar nicht hoch genug einzuschätzen könne.


Foto: René Engmann