Alkoholtestverkäufe an Jugendliche im Main-Tauber-Kreis – Beanstandungsquote leicht auf 30 Prozent gestiegen

Main-Tauber-Kreis

Main-Tauber-Kreis. Mitarbeiter des Jugendamtes im Landratsamt Main-Tauber-Kreis haben im November 2018 sowie im Februar und Mai 2019, in Zusammenarbeit mit den örtlich zuständigen Jugendsachbearbeitern und dem Leiter der Prävention für den Main-Tauber-Kreis des Polizeipräsidiums Heilbronn, an mehreren Tagen Alkoholtestkäufe veranlasst. Die Beanstandungsquote stieg im Vergleich zum Vorjahr leicht auf 30 Prozent.

Testkäufer waren Auszubildende des Landratsamtes – 54 Betriebe getestet

Die Alkoholtestkäufe wurden mit 16- und 17-jährigen Auszubildenden des Landkreises unternommen, welche unter ständiger Beaufsichtigung durch die Mitarbeiter des Jugendamtes sowie der Polizei in insgesamt 54 Einzelhandelsgeschäften und Getränkehandlungen, sowie an Tankstellen gezielt branntweinhaltigen Alkohol aussuchten und diesen an der Kasse bezahlen wollten.

16 Testkäufe waren erfolgreich – 5 Mal wurde der Ausweis verlangt

In insgesamt 16 Fällen gelang es den Testkäufern, das für sie verbotene branntweinhaltige Getränk zu kaufen. Die Beanstandungsquote lag somit bei 30 Prozent und ist gegenüber dem Vorjahr leicht gestiegen. Lediglich in fünf der 16 Fälle wurde der Ausweis der Testkäufer eingesehen und überprüft, jedoch dennoch der Alkohol verkauft.

Bei Bestehen des Testkaufs schriftliche Belobigung durch die Polizei erhalten

Unmittelbar nach dem Kauf, zugleich an der Kasse, wurden alle 54 Testkäufe aufgedeckt und die entsprechenden Kassiererinnen und Kassierer anschließend im Beisein der Filialleitung über den Testkauf informiert. Im Falle des Bestehens eines Testkaufs erhält das betroffene Verkaufspersonal eine schriftliche Belobigung durch das Polizeipräsidium Heilbronn.

Anzeige an Verkäufer – Bußgelder bis zu 2.000 Euro möglich

Die Kassiererinnen und Kassierer, welche an die jugendlichen Testkäufer das branntweinhaltige Getränk abgegeben haben, erwartet eine Anzeige wegen des Verstoßes gegen das Jugendschutzgesetz. Für solche Verstöße können Bußgelder bis zu einer Höhe von 2000 Euro verhängt werden.

Zahl der unter 18-jährigen alkoholisierten und betrunkenen Personen weiterhin zu hoch

Noch immer ist die Zahl von Jugendlichen unter 18 Jahren zu hoch, die nach dem Genuss von – für sie nicht erlaubten – branntweinhaltigen Getränken in alkoholisiertem oder völlig betrunkenem Zustand aufgegriffen werden. Dies zu ändern, ist erklärtes Ziel der Mitarbeiter des Jugendamtes und der Polizei. Dies soll unter anderem durch verstärkte Kontrollen der Polizei sowie durch die Fortsetzung der Alkoholtestkäufe gelingen.


Foto: Symbolfoto