Gebäudevollbrand in Oberbalbacher Ortsmitte löste Großeinsatz aus – Rund 100 Einsatzkräfte

Brände Main-Tauber-Kreis

Lauda-Königshofen. Zu einem Großeinsatz für die Feuerwehren in und um Lauda-Königshofen kam es am Montag, den 27.05.2019, in dem Lauda-Königshöfer Ortsteil Oberbalbach. Dort stand aus bislang ungeklärter Ursache eine sehr große Lagerhalle in Vollbrand. Ein Übergreifen des Flammenmeeres auf die direkt angebauten Gebäude – einem Wohnhaus und 3 weitere Lagerhallen – konnte dank des unermüdlichen Einsatzes der Feuerwehren aus Nah und Fern verhindert werden. Verletzt wurde glücklicherweise niemand. Eine Umweltkatastrophe konnte ebenso abgewendet werden. Der Schaden, rund 150.000 Euro.

Gemeldeter Wohnhausbrand entpuppte sich als Lagerhallenvollbrand

Als um 12.34 Uhr die Integrierte Leitstelle Main-Tauber aus dem Landkreis die Feuerwehreinheiten alarmierte, hieß hier noch das Stichwort »Wohnhausvollbrand«. Mit der Alarm- und Ausrückordnung wurden hierbei die Freiwilligen Feuerwehren aus Lauda, Oberbalbach, Unterbalbach und Königshofen, sowie die Drehleiter der Freiwilligen Feuerwehr Bad Mergentheim alarmiert. Auf der Anfahrt zum Brandort, konnte bereits kurz nach dem Ortsausgang Unterbalbach, der mehrere Kilometer von Oberbalbach entfernt ist, eine massive Rauchentwicklung aus und über dem kleinen Ortsteil Oberbalbach wahrgenommen werden.

Umgehender Nachalarm für weitere Feuerwehreinheiten aus der Umgebung

Sofort wurde die Alarmierung erhöht und der Löschzug der Freiwilligen Feuerwehr Bad Mergentheim nachalarmiert. Ebenfalls erhielten die Wehren aus Messelhausen und Beckstein den Nachalarm. Für die Aufrechterhaltung der Wachbesetzung in der Feuerwache in Lauda wurde die Freiwillige Feuerwehr Gerlachsheim eingesetzt.

Gebäudevollbrand – Massive Brandbekämpfung zeigte Erfolg – Hydrantennetz brach zusammen

Als die ersten Einsatzkräfte am Brandobjekt ankamen, fanden diese einen Lagerhallen-Scheunenvollbrand vor. In dem Gebäude lagerten unter anderem Holz, sowie Schlepper, Bagger und weitere Werkzeuge, wovon zumindest jeweils ein Fahrzeug durch den Besitzer in Sicherheit gebracht werden konnte; die weiteren jedoch ein Raub der Flammen wurden. Das Hauptziel der Feuerwehrkräfte war ein Übergreifen der Flammen auf 3 weitere direkt verbundene Lagerhallen sowie einem Wohnhaus zu verhindern.

Von vier Seiten aus wurden rund um das Brandobjekt zeitweise mit bis zu 12 Riegelstellungen mit C-Rohren der Brand bekämpft. Dieser unermüdliche Kampf zeigte, wie Kreisbrandmeister Alfred Wirsching wenig später im Gespräch mit banews.de vor Ort mitteilte, »seine Wirkung«. Weiter fügte Alfred Wirsching hinzu: »Bei diesem nicht alltäglichen Brandeinsatz wurden unsere Feuerwehren auf das Äußerste gefordert. Es verdient größten Respekt und Anerkennung, was die Männer und Frauen in ihrer ehrenamtlichen Tätigkeit alles leisten. Kein Einsatz ist Routine. Sie haben hervorragend gearbeitet. Ich möchte nochmals Danke und Respekt unseren Feuerwehrleuten aussprechen«.

Aufgrund der enormen Wassermenge, die benötigt wurde, brach nach kurzer Zeit das örtliche Hydrantennetz zusammen. Kurzerhand wurde der direkt am Brandobjekt verlaufende Bach »Balbach« als Wasserentnahmestelle umfunktioniert. Hierzu wurde der Bach an einigen Stellen gestaut, um den Wasserpegel zu erhöhen, was ein konstante Wasserförderung aus der Bach ermöglichte. Ferner wurden hierzu unter anderem Sandsäcke befüllt, wobei der örtliche Sandkasten des Spielplatzes dafür herhielt.

Umweltkatastrophe verhindert – Spritzmittel und Schweiß-Gasflaschen aus Flammen geholt

Im Brandobjekt lagerten rund 100 Liter hochgiftige Spritzmittel, die durch die Feuerwehrkräfte unbeschädigt in das Freie herausgeholt werden konnten. Es konnte für Mensch und Umwelt ein Austreten der Gefahrstoffe verhindert werden. Mehrere Acetylen-Schweißgasflaschen, die bereits in den Flammen waren, wurden ebenso durch die Einsatzkräfte in das Freie gebracht. Die Abkühlung der durch das Feuer hocherhitzten Gasflaschen, erfolgte durch der direkt am Brandobjekt verlaufenden Bach »Balbach«. Diese wurden samt Halterung in den Bach gelegt.

Rund 100 Einsatzkräfte vor Ort – Brandursache bislang unklar – Rund 150.000 Euro Sachschaden

Rund 100 Einsatzkräfte der Freiwilligen Feuerwehren, des Rettungsdienstes und der Polizei waren im Einsatz. 90 Feuerwehrkräfte aus Lauda, Königshofen, Unterbalbach, Oberbalbach, Messelhausen, Beckstein, Gerlachsheim und Bad Mergentheim. Ebenfalls machte sich Kreisbrandmeister Alfred Wirsching ein Bild der Lage. Der Rettungsdienst war mit einem Rettungswagen sowie Organisatorischen Leiter des Rettungsdienstes vor Ort. Die Polizei mit 5 Polizeibeamten des örtlichen Polizeipostens. Was zum Brandausbruch führte ist bislang unklar und Gegenstand der polizeilichen Ermittlungen. Der entstandene Gesamtschaden wird auf rund 150.000 Euro geschätzt. Zur Klärung der Ursache ist ein Sachverständiger betraut. Für die Nacht ist eine Brandwache geplant.

Mehrstündige Vollsperrung der Kreisstraße 2847 und Ortsdurchfahrt Oberbalbach

Die Oberbalbacher Balbachtalstraße, zugleich Kreisstraße 2847 und Ortsdurchfahrt, sowie Vogtstraße, waren aufgrund der Löscharbeiten für mehrere Stunden für den Verkehr voll gesperrt. Eine örtliche Umleitung wurde eingerichtet.


Fotos: René Engmann