Bienenseuche im Mosbacher Raum ausgebrochen – Keine Gefahr für Menschen

Neckar-Odenwald-Kreis

Mosbach. In Mosbach und Mosbach-Sattelbach wurde Mitte Mai 2019 die Amerikanische Faulbrut der Bienen, eine anzeigepflichtige Bienenseuche, amtlich festgestellt. Der zuständige Fachdienst Veterinärwesen des Landratsamtes Neckar-Odenwald-Kreis hat bereits alle notwendigen Bekämpfungsmaßnahmen eingeleitet.

Schwere Schäden an Bienenvölkern möglich – Keinerlei Gefahr für Menschen

Erreger dieser Bienenseuche ist das Bakterium Paenibacillus larvae, das ausschließlich für die Bienenbrut infektiös ist. Auf Menschen und andere Lebewesen kann der Erreger nicht übertragen werden. Von dem Verzehr von Honig geht deshalb auch keinerlei Gefahr aus, er darf bedenkenlos verzehrt und von den Imkern weiterhin vermarktet werden. Das Bakterium kann jedoch schwere Schäden an Bienenvölkern verursachen und ist leicht auf andere Völker übertragbar.

Sperrbezirk von zirka 1 Kilometer Radius errichtet

Um die Ausbreitung der Bienenseuche einzudämmen, wurden zwei Sperrbezirke von zirka einem Kilometer Radius um den jeweiligen Ausbruchsherd angeordnet. Alle Bienenvölker in den Sperrbezirken werden derzeit durch die Amtstierärzte bzw. die Bienensachverständige des Veterinäramtes auf Anzeichen der Tierseuche überprüft. Sofern bislang nicht geschehen, haben alle Imker, die Bienen in den Sperrbezirken halten, sich beim Veterinäramt oder den Bienensachverständigen zu melden. Bienen dürfen nicht aus den Restriktionszonen heraus oder in diese hinein verbracht, vorhandene Bienenstände auch nicht entfernt werden.

Betroffene Bienenvölker müssen desinfiziert beziehungsweise verbrannt werden

Betroffene Bienenvölker müssen saniert, die Bienenstände desinfiziert beziehungsweise verbrannt werden. Ein Sperrbezirk darf erst wieder aufgehoben werden, wenn alle Bienenstände in Laboruntersuchungen erregerfrei sind. Eine Karte mit den Sperrbezirksgrenzen ist auf der Homepage des Landkreises einsehbar.

Amerikanische Faulbrut führt zu Tod von Völkern

Die Amerikanische Faulbrut wird wegen der Bedeutung der Bienen als landwirtschaftliches Nutztier staatlich bekämpft. Das Bakterium kann in einer Dauerform, der sogenannten Spore, verbreitet werden. Diese Sporen werden von Bienenlarven mit dem Futter aufgenommen, keimen dort zur aktiven Form aus und vermehren sich. Die Larven sterben an der Infektion und führen zum typischen Krankheitsbild, eine bräunliche, fadenziehende Masse im Inneren der Brutzellen.

Hohe Gefahr der Verbreitung bei Umstellung und Verkauf von Bienenständen

Beim Entfernen der abgestorbenen und stark sporenbelasteten Larven verschmutzen sich die Ammenbienen mit dem Erreger. Im Gegensatz zur Bienenbrut können erwachsene Bienen nicht an der Faulbrut erkranken, verbreiten aber die Sporen in ihrem Haarkleid oder reichen sie über das Futter an die Bienenbrut weiter. Die Faulbrutsporen werden insbesondere über räubernde Bienen oder kontaminierte Waben und Bienenwohnungen verbreitet. Auf diese Weise gelangen die Sporen in bislang gesunde Bienenvölker und die Infektionskette setzt sich fort.

Eine besondere Gefahr der Verbreitung besteht, wenn Bienenstände umgestellt und Völker verkauft werden. Imker haben daher ihre Bienen vor der Verbringung in andere Landkreise grundsätzlich von den Bienensachverständigen untersuchen zu lassen und sich über bestehende Sperrbezirke am Aufstellungsort zu informieren. Beim Auffinden klinischer Symptome haben sie diese unverzüglich an das zuständige Veterinäramt zu melden.

Bei aktuellem Ausbruch Verkauf von infizierten Bienenvölkern als wahrscheinliche Ursache

»Leider müssen wir bei den aktuellen Ausbrüchen davon ausgehen, dass die Faulbrut durch den Verkauf von infizierten Bienenvölkern weiterverbreitet worden ist«, erklärt Dr. Ulrich Bennemann, Leiter des Fachdienstes Veterinärwesen des Landratsamtes. »Imker können nicht vorsichtig genug sein, wenn sie Völker abgeben oder übernehmen. Nicht immer sind Symptome an den Brutwaben deutlich erkennbar. Bienensachverständige haben die Möglichkeit, in Zweifelsfällen ebenso Proben im Labor untersuchen zu lassen. Sie beraten darüber hinaus zu vorbeugenden Maßnahmen.«


Foto: Landratsamt Neckar-Odenwald-Kreis