Mülltonnen im Main-Tauber-Kreis werden digital – Abfallgebührensystem wird bürgerfreundlicher

Main-Tauber-Kreis

Main-Tauber-Kreis. Der Abfallwirtschaftsbetrieb Main-Tauber-Kreis »AWMT« wird im Jahr 2019 die Müllentsorgung deutlich modernisieren und bürgerfreundlicher gestalten (wir berichteten). Künftig ist es nicht mehr notwendig, zum Jahresbeginn zur örtlichen Gemeinde- oder Stadtverwaltung zu gehen, um eine neue Gebührenmarke zu kaufen. Damit gehören Warteschlangen der Vergangenheit an. Vielmehr erhalten alle Haushalte ab 2020 immer zu Jahresbeginn einen Gebührenbescheid zugesandt. Die Müllgebühr kann an den »AWMT« überwiesen werden. Wird ein Sepa-Mandat (Lastschriftverfahren) erteilt, kann der Betrag in Zukunft ganz bequem automatisch abgebucht werden.

Alle Abfallbehälter erhalten Chip – Mithilfe der Bevölkerung wichtig

Um diese Veränderung zu ermöglichen, stellt der »AWMT« im Laufe des Jahres 2019 auf ein modernes Behälter-Identifikationssystem, kurz »Identsystem«, um. Hierzu erhalten alle Restmüll-, Biomüll- und Papiergefäße im Main-Tauber-Kreis jeweils eine eigene Identifikationsnummer und werden mit einem Chip ausgestattet. Dazu ist die Mithilfe der Bevölkerung wichtig.

Die Bechippung erfolgt in mehreren Schritten

  • Zuerst erhält jeder Haushalt ein Bürgeranschreiben. Darin ist genau erklärt, was zu tun ist und welche Müllgefäße zu dem Haushalt registriert sind.
  • Mit dem Schreiben werden Aufkleber mit Angaben des Standorts versandt. Diese Kleber sind auf den jeweiligen Deckel der Müllgefäße zu kleben. Es sind nur die Tonnen zu bekleben und bereitzustellen, die auch benutzt werden.
  • Am vereinbarten Termin müssen alle Gefäße an den Straßenrand gestellt werden. Wichtig ist, dass die Gefäße eindeutig einem Grundstück zugeordnet werden können. Sollte die Entleerung der Behälter üblicherweise an einem anderen Sammelort erfolgen, sind die Gefäße für die Bechippung dennoch ausnahmsweise an den Straßenrand des registrierten Grundstücks bereit zu stellen. Dies erleichtert die Zuordnung des Ausrüstungsteams.
  • Wurde das Gefäß erfolgreich bechippt, klebt an der Seite ein Aufkleber. Die Tonne kann zurückgeholt werden; die Bechippung ist abgeschlossen.

Müllgefäß kann eindeutig Grundstück zugeordnet werden – Datenschutzrechtlich unbedenklich

Durch das sogenannte Ident-System kann jedes Müllgefäß eindeutig einem Grundstück zugeordnet werden. Es ist nicht geplant, die Gefäßinhalte zu wiegen und entsprechend abzurechnen, wenngleich andere Landkreise diese Lösung praktizieren. Zusätzliche Entleerungskosten werden ebenso nicht berechnet, es bleibt bei der Jahresgebühr. Der Chip enthält oder sammelt keine personenbezogenen Daten. Auf dem Transponder ist lediglich eine weltweit einmalige Nummer gespeichert. Das System ist daher aus datenschutzrechtlicher Sicht unbedenklich.

Insgesamt werden rund 140.000 Gefäße ausgerüstet

Die Bechippung der Müllgefäße im Landkreis erfolgt innerhalb eines Zeitraums von zwölf Wochen. Bis zu den Sommerferien sind voraussichtlich alle Müllbehälter für Restmüll, Biomüll und Papier registriert. Der genaue Zeitpunkt, wann die Behälter in welcher Stadt beziehungsweise Gemeinde bechippt werden, gibt der »AWMT« rechtzeitig bekannt.

Telefonische Auskünfte zur Einführung des IDENT-Systems gibt es unter der Hotline 09341 – 824005.


Weitere Berichte zum Thema:

14.03.2019 – 144.000 Mülltonnen erhalten einen Chip im Main-Tauber-Kreis

24.04.2019 – Zeitplan für die Bechippung aller rund 144.000 Mülltonnen im Main-Tauber-Kreis

26.04.2019 – Fehler in Bürgeranschreiben bei Mülltonnen-Bechippung im Main-Tauber-Kreis – Falsche Adressaufkleber


Foto: Landratsamt Main-Tauber-Kreis