Nach den Stürmen im Neckar-Odenwald-Kreis – Borkenkäfer-Situation sehr kritisch – Waldbesitzer müssen Pflicht nachkommen

Neckar-Odenwald-Kreis

Neckar-Odenwald-Kreis. Die Sturmtiefs der vergangenen Wochen 2019 haben im Neckar-Odenwald-Kreis zu Schäden geführt. Dies erschwert erneut den aktuell ohnehin kritischen Kampf gegen den Borkenkäfer. Darauf weist die Forstverwaltung des Neckar-Odenwald-Kreises hin.

Dürresommer 2018 Hauptproblem

Der fehlende Niederschlag und die hohen Temperaturen im letzten Jahr 2018 lassen vermuten, so die Forstleute nach einer Besichtigung ihrer Wälder, dass die Borkenkäfer eine vierte Generation angelegt haben und sehr viele Käfer hinter Rindenschuppen oder im Bodenstreu überwintern beziehungsweise überwintert haben. Steigen die Tagestemperaturen auf über 15°C, werden die Käfer aktiv. Normalerweise beginnt der erste Schwärmflug im April/Mai, dies kann jedoch nach Temperaturentwicklung früher sein. Das Vermehrungspotenzial der Borkenkäfer ist enorm. Dies bedeutet, dass jede jetzt sofort aufgearbeitete und vom Käfer befallene Fichte den Befall von bis zu 8.000 weiteren Fichten verhindern kann.

Umgefallene Bäume bieten ideale Brutstätte für Käfer

Einzelne umgefallene Bäume, die nicht sofort aufgearbeitet werden, bieten hingegen ideales Brutmaterial für den Käfer. Waldbesitzer schätzen jedoch das Arbeitsvolumen oft falsch ein. Normalerweise sollten alle im Oktober erkennbaren Käferbäume über die Wintermonate aufgearbeitet und aus dem Wald entfernt werden. Gipfel sollten gehackt sein. Dem sind jedoch viele Waldbesitzer nicht nachgekommen, wie das Landratsamt Neckar-Odenwald-Kreis mitteilte. Mit den jetzt dazugekommenen Einzelwürfen beginnt eine Sisyphusarbeit, denn diese stellen ein großes Gefahrenpotential dar und müssten als erstes aufgearbeitet werden.

Waldbesitzer werden eindringlich gebeten ihrer Pflicht nachzukommen

Alle Waldbesitzer werden daher dringend gebeten, sich der Sozialbindung ihres Eigentums bewusst zu sein und Fichtenbestände nach jedem Sturm auf Einzelwürfe zu kontrollieren. Es geht vor allem darum, den Käfern das bruttaugliche Material zu entziehen und befallene Bäume rechtzeitig vor Ausflug der Käfer zu entfernen, da diese nicht den eigenen Bestand, sondern zusätzlich Nachbarbestände stark gefährden können. Nur die intensive Kontrolle von Baum zu Baum ist zielführend, ebenfalls in den Beständen, in denen vorher noch kein Käferholz angefallen war.

Die Befallssymptome sind einfach zu erkennen

Im Anfangsstadium sind kleine Harztropfen oder Harzfluss im Stammbereich typisch. Durch die Anlage von Brutgängen tritt ständig braunes Bohrmehl aus der Rinde aus, das sich häufig an der Rinde oder am Stammfuß sammelt. Auch sogenannte »Spiegelflecken«, die von Spechthieben an befallenen Rindenteilen herrühren, kennzeichnen den Käferbefall. Ganz typisch ist das charakteristische Fraßbild unter der Rinde. Ist der Käferbefall schon fortgeschritten, so kommt es zur Rötung der Nadeln in der Krone. Der Abfall grüner oder roter Nadeln ist die Folge.

Waldbesitzer müssen Schadhölzer zügig aus dem Wald entfernen

Alle bruttauglichen Schadhölzer müssen zügig eingeschlagen und so rasch wie möglich abgefahren werden. Durch die Entrindung der aufgearbeiteten Fichten wird dem Borkenkäfer weiterer Brutraum entzogen. In Ausnahmefällen können die eingeschlagenen Nadelbäume als zeitlich begrenzte Zwischenlagerung in reine Laubbaumbeständen verbracht werden.

Forstverwaltung mahnt zur gesetzlichen Verpflichtung der Beseitigung durch Waldbesitzer

Die Forstverwaltung unterstreicht in diesem Zusammenhang, dass Waldbesitzer verpflichtet sind, Forstschädlinge rechtzeitig und ausreichend zu bekämpfen. Geschieht dies nicht, können die erforderlichen Schutzmaßnahmen angeordnet werden. Für weitere Informationen zum aktuellen Borkenkäfergeschehen stehen die Forstbetriebsleitungen Adelsheim, Schwarzach und Walldürn gerne zur Verfügung.


Foto: Landratsamt Neckar-Odenwald-Kreis