Neue Chance für die Organspende – Erfolgreicher Vortrag in Bad Mergentheim

Main-Tauber-Kreis

Bad Mergentheim. »Organe spenden = Überleben schenken!« lautete der Titel der Informationsveranstaltung, die am Mittwoch, den 13.03.2018, im Kursaal Bad Mergentheim stattfand. »Ein Thema, das uns alle angeht, denn jeder von uns kann in die Situation kommen, auf ein Spenderorgan angewiesen zu sein«, betonte Landrat Frank in seinen Begrüßungsworten. Die Kommunale Gesundheitskonferenz Main-Tauber-Kreis hatte die Veranstaltung organisiert, um Bürgerinnen und Bürger umfassend zu informieren.

2017 das Jahr mit dem historischsten Tiefstand

Der historische Tiefstand aus dem Jahr 2017, in welchem rund 800 Organtransplantationen stattgefunden haben, gleichzeitig aber 10.000 Menschen auf ein passendes Organ gewartet haben, ist auf ein Zusammenspiel unterschiedlicher Faktoren zurückzuführen, erklärte Dr. Christina Schleicher, geschäftsführende Ärztin der Deutschen Stiftung Organtransplantation »DSO« Baden-Württemberg den interessierten Gästen im Kursaal.

Warum werden so wenige Organtransplantationen durchgeführt?

Eine Befragung der Bundeszentrale für Gesundheitliche Aufklärung hat ergeben, dass knapp 70 Prozent der Deutschen grundsätzlich damit einverstanden sind, dass man ihnen nach ihrem Tod Organe und Gewebe entnimmt. Warum werden so wenige Organtransplantationen durchgeführt? »Organspende ist die wichtigste und humanste Aufgabe, die wir als Menschen leisten können«, erklärte Landrat Frank. Zum einen trägt nur jeder dritte Deutsche einen Organspendeausweis. Zum anderen hat die Politik lange Zeit versäumt, die notwendigen Voraussetzungen zu schaffen, die dringend benötigt werden. Mit dem neuen Transplantationsgesetz, welches kürzlich verabschiedet wurde, ist ein wichtiger Schritt gegangen worden für mehr Sicherheit und Qualität. Ebenso stellt der Ärzte- beziehungsweise Pflegekräftemangel in diesem Zusammenhang eine weitere Herausforderung dar.

Die richtige Entscheidung treffen

Dr. Wilhelm Freiherr von Lamezan, Ärztlicher Direktor der Rotkreuzklinik Wertheim berichtete, dass er in seiner Funktion als Transplantationsbeauftragter immer wieder erlebt, dass die Angehörigen sich nicht sicher sind, wie der Wunsch des Verstorbenen ist. Deshalb lautet sein Appell: »Bitte treffen Sie eine Entscheidung, ob Sie Organspender sein wollen oder nicht, dokumentieren Sie diese im Organspendeausweis und sprechen Sie mit Ihren Angehörigen darüber.« Seine anschauliche Erklärung zum Ablauf einer Organspende klärte zudem viele offene Fragen.

Betroffene müssen nach einer Transplantation weiterkämpfen

Dr. Jochen Selbach, Vorsitzender der Kreisärzteschaft Bad Mergentheim und Chefarzt der Nephrologie im Caritas Krankenhaus Bad Mergentheim, zeigte unverblümt die Licht- und Schattenseiten einer Organtransplantation. Es muss klar sein, dass Betroffene nach der Transplantation weiterkämpfen müssen. Dass sich dieser Kampf lohnt, zeigen seine anschaulichen Bespiele aus der Praxis. Seine Botschaft lautet: »Jede Organspende rettet Leben.«

Persönliche Erfahrungen eines Betroffenen

Anschließend berichtete Rudi Wartha alias »Panik Pate«, offizielles Udo Lindenberg Double und Nierentransplantierter, von seinen persönlichen Erfahrungen. Sein starker Lebenswillen und sein Einsatz für das Thema Organspende verdienen höchste Anerkennung.

In die Veranstaltung eingebunden war auch Heinz-Joachim Kuper, Vorsitzender des Vereins für Gesundheitsbildung »Bad Mergentheimer Modell«. Er organisierte kostenlose Getränke für die Gäste der Veranstaltung. Auch das Bündnis Organspende Baden-Württemberg war mit einem Informationsstand vertreten, an welchem sich die Gäste anhand von Flyern und Broschüren informieren konnten.

Setzen sich für Organspende ein (Foto)

(v. r. n. l.) Dr. Wilhelm Freiherr von Lamezan, Ärztlicher Direktor und Transplantationsbeauftragter, Dr. Heiner Thierolf, Amtsleiter Gesundheitsamt, Landrat Reinhard Frank, Elisabeth Krug, Dezernentin Jugend, Soziales und Gesundheit, PD Dr. Christina Schleicher, geschäftsführende Ärztin Deutsche Stiftung Organtransplantation (DSO), Daniela Glaser, Leiterin der Geschäftsstelle Kommunale Gesundheitskonferenz, »Panik Pate« Rudi Wartha und Dr. Jochen Selbach, Chefarzt Nephrologie Caritas-Krankenhaus Bad Mergentheim.


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Foto: Landratsamt Main-Tauber-Kreis