Kopfschuss tötet Polizei-Azubi in Würzburger Bereitschaftspolizeiunterkunft

Unterfranken

Würzburg. Am Donnerstag, den 28.02.2019, ist ein Auszubildender der Bereitschaftspolizei Würzburg durch eine Schussverletzung tödlich verletzt worden. Dem Sachstand nach war es in einem Unterkunftsgebäude der III. Bereitschaftspolizeiabteilung durch einen Polizeibeamten zu einer unbeabsichtigten Schussabgabe gekommen, die seinen Kollegen erfasste. Dieser verstarb kurze Zeit später in einem Krankenhaus an seinen Verletzungen. Die Ermittlungen durch das Landeskriminalamt Bayern laufen auf Hochtouren.

Versehentlicher Schuss aus Dienstwaffe tötete Kollegen

Um 21.32 Uhr ging bei der Einsatzzentrale des Polizeipräsidiums Unterfranken ein Notruf aus der III. Bereitschaftspolizeiabteilung in der Sedanstraße im Würzburger Stadtteil Zellerau ein. Nach ersten Erkenntnissen befanden sich zwei Auszubildende, kurz vor ihrem Wachantritt, zu zweit in einem Zimmer eines der Unterkunftsgebäude, als ein weiterer Polizeibeamter Zeuge eines Schussgeräusches wurde und in der Folge einen seiner beiden Kollegen lebensgefährlich verletzt, den anderen im Schockzustand, vorfand. Durch den sofort verständigten Rettungsdienst samt Notarzt wurden Erste-Hilfe-Maßnahmen eingeleitet. Der ältere der beiden Auszubildenden wurde in eine Klinik eingeliefert, wo er kurz darauf verstarb.

Landeskriminalamt Bayern führt Ermittlungen

Die ersten Maßnahmen vor Ort übernahmen Kriminalbeamte der Kriminalpolizei Würzburg. Die Ermittlungen zu den genauen Umständen führt, wie in solchen Fällen üblich, das Bayerische Landeskriminalamt in enger Abstimmung mit der Staatsanwaltschaft Würzburg. Es besteht der Anfangsverdacht der fahrlässigen Tötung.

Betreuungsmaßnahmen sofort eingeleitet

Seitens der Bereitschaftspolizei und des Polizeipräsidiums Unterfranken wurden unverzüglich die notwendigen Betreuungsmaßnahmen für die nachvollziehbar erheblich betroffenen weiteren Kolleginnen und Kollegen des Ausbildungsstandortes, sowie für die Angehörigen, organisiert.

Bayerns Innenminister äußert sich zu tödlichem Vorfall

Bereits am Folgetag, Freitag, den 01.03.2019, äußerte sich Bayerns Innenminister Joachim Herrmann in München zu einer möglichen Ursache. Innenminister Herrmann nannte als wahrscheinlichen Grund für die Schussabgabe eine möglicherweise falsch entladene Dienstwaffe. Vermutlich, so Innenminister Herrmann, wurde bei dem Entladen eine Kugel im Lauf der Dienstwaffe vergessen und nur das Magazin entnommen. Die Ermittlungen laufen weiterhin auf Hochtouren. Man erwarte gespannt, so der Innenminister, was letztlich die genaue Ursache des tödlichen Vorfalls ist.

Hintergrund zum Standort III. Bereitschaftspolizeiabteilung in Würzburg

Die III. Bereitschaftspolizeiabteilung in Würzburg ist ein Standort, in dem sowohl Einsatzeinheiten wie auch Ausbildungsseminare untergebracht sind. Die Einsatzeinheiten werden für Großveranstaltungen, wie zum Beispiel Demonstrationen und Fußballspiele, eingesetzt. Zudem unterstützen sie die Landespolizei bei ihrer Arbeit. In den Ausbildungsseminaren findet die zweieinhalbjährige Ausbildung für die 2. Qualifikationsebene statt. Während dieser Zeit wohnen und essen die Polizeibeamtinnen und Polizeibeamten in der Polizeiunterkunft.


Foto: René Engmann