Suche eingestellt – keine weiteren Zeugen mehr gesucht – 13-jährige Vermisste aus Tauberbischofsheim

Hilfeleistungen Main-Tauber-Kreis

Tauberbischofsheim. Seit 15 Tagen (Stand Donnerstag, der 24.01.2019), auch 2 Wochen und 1 Tag, wird das 13-jährige Mädchen aus Tauberbischofsheim vermisst. Diese stürzte am Mittwoch, den 09.01.2019, von der Nordbrücke in Tauberbischofsheim in den Fluss Tauber. Unzählige großangelegte Suchmaßnahmen blieben alle bis zuletzt erfolglos. Die Suche mit Polizeihubschraubern, Polizeitauchern und Spezialhunden wird nicht mehr fortgeführt. Da alle Zeugen identifiziert wurden, werden keine weiteren Zeugen gesucht.

13-jähriges Mädchen bleibt auf tragische Weise verschwunden

Als am Mittwoch, den 09.01.2019, das 13-jährige Mädchen von der Tauberbischofsheimer Nordbrücke in den Fluss Tauber stürzte, lief ein bis dato nicht alltäglich anhaltender Großeinsatz ab. Das Mädchen stürzte aus bislang unbekannten Gründen von dem Brückengeländer in den Fluss Tauber, der zu dieser Zeit eine starke Strömung mit sich führte, die durch ein anhaltendes Hochwasser geschuldet war. Passanten, ein Pärchen, hörte noch ein aufschlagen im Wasser und unmittelbare Hilferufe. Ein direkter Blick von der an dieser Stelle rund 8 Meter hohen Brücke in den Fluss Tauber brachte tragisches zum Vorschein. Ein minderjähriges Kind trieb im Wasser und wurde durch die starke Strömung fortgerissen. Zeitgleich ging eine Vermisstenmeldung von Eltern eines 13-jährigen Mädchens aus Tauberbischofsheim ein, das in direkter Nähe der Nordbrücke wohnte.

Keine Zeugen mehr gesucht – Alle Zeugen von der Nordbrücke identifiziert

Wie das Polizeipräsidium Heilbronn mitteilt, werden keine weiteren Zeugen mehr gesucht. Die anfänglich anhaltende Suche nach diesen, konnte am Wochenende der Kalenderwoche 3 beendet werden. Alle Zeugen, die zur fraglichen Tatzeit auf der Nordbrücke zu Gange waren, meldeten sich unabhängig, aufgrund der intensiven Berichterstattung, voneinander. Ebenfalls meldete sich der Mann mit dem Kleinkind, wie das Polizeipräsidium Heilbronn anfügte.

Angebliche 5 Zeugen, wie von einer lokalen Tageszeitung angegeben wird, die den Sturz einer Person in den Fluss nach Zeitungsangaben bestätigt hätten, gab es nie, wie Gerald Olma, Leiter der Stabsstelle Öffentlichkeitsarbeit des Polizeipräsidiums Heilbronn auf Nachfrage mitteilte. »Einzig und allein ist das Pärchen das Zeugenpaar, die das Geschehen wahrnahmen und zugleich den Notruf absetzten. Alle mittlerweile ermittelnden Zeugen können keine direkten Angaben zum Geschehen machen, da diese zu weit auf der Nordbrücke verteilt waren. Die Zahl 5 gibt es auch hier nicht.«, so Olma abschließend.

Notruf löste Großeinsatz aus

Das Pärchen setzte daraufhin um 16.55 Uhr unverzüglich einen Notruf ab. Die abgegebene Meldung löste einen Großeinsatz verschiedenster Hilfsorganisationen aus. Unmittelbar nach Notrufeingang wurde die Freiwillige Feuerwehr Tauberbischofsheim mit dem Alarmstichwort »Person in Tauber im Bereich der Nordbrücke« alarmiert. Weitere Kräfte, die in der Feuerwache auf Bereitschaft standen, wurden nachgeordert. Im weiteren Verlauf wurden die Abteilungswehren Impfingen und Hochhausen sowie die benachbarte Feuerwehr Werbach nachalarmiert, um den weiteren unteren Bereich des Flusses Tauber abzusuchen. Zur weiteren Unterstützung wurden die Rettungshundestaffeln des DRK Bad Mergentheim, DRK Mosbach und DRK Rhein-Neckar/Heidelberg, die DLRG Tauberbischofsheim und DLRG Königshofen sowie Polizeibeamte des Polizeirevier Tauberbischofsheim, Polizeirevier Wertheim, der Autobahnpolizei Tauberbischofsheim sowie Hundeführern hinzugezogen. Am Ende waren über 150 Einsatzkräfte bis spät in die Nacht mit der Such- und Einsatzmaßnahme beschäftigt, die am Ende abgebrochen werden musste.

Einsatzzüge der Polizei mit enormer stärke beteiligt

In den darauffolgenden Tagen durchkämmten Einsatzkräfte der Polizeihubschrauberstaffel, der Wasserschutzpolizei Heilbronn, Hundeführer und Kriminalbeamte des Polizeireviers Tauberbischofsheim, sowie zwei Einsatzzüge des Polizeipräsidiums »Einsatz« aus Bruchsal die Gegend mit knapp 100 Einsatzkräften zwischen Tauberbischofsheim und Niklashausen.

Wasserortungshunde der DLRG Wertheim in enger Zusammenarbeit mit der Wasserschutzpolizei

Einsatzkräfte der Wasserschutzpolizei Heilbronn, dem Polizeirevier Tauberbischofsheim und alle in Baden-Württemberg verfügbaren Spezialhunde der baden-württembergischen Polizei wurden mehrfach über den Zeitraum eingesetzt. Ebenfalls immer mit dabei und in enger Zusammenarbeit, die DLRG Wertheim, das die Suchmaßnahme mit 3 Spezialhunden, sogenannten Wasserortungshunden, intensiv unterstützte. An zwei von drei Suchtagen, Samstag, den 12.01.2019 und 19.01.2019, schlugen die Wasserortungshunde an zwei Bereichen zwischen Tauberbischofsheim und Impfingen an. Stundenlange Such- und Tauchgänge, unter den widrigsten Wetterbedingungen, mit physischer und psychischer Belastung der Einsatzkräfte, hielt diese dennoch nicht davon ab, weiterzumachen.

Keine weiteren Suchmaßnahmen

Wie das Polizeipräsidium Heilbronn abschließend mitteilte, werde es keine weiteren Suchmaßnahmen mehr geben. Letztmalig startete der Polizeihubschrauber am Montag, den 21.01.2019 und beendete den Einsatz ohne Ergebnis. »Eine weitere Fortführung der intensiven Suchmaßnahmen wie Wasserschutzpolizei, Polizeitauchern sowie Polizeihubschrauber wird es nicht mehr geben. Wir haben das Gebiet von Tauberbischofsheim bis Niklashausen immer wieder intensiv untersucht, jedoch leider ohne Ergebnis. So lange keine neuen Erkenntnisse gewonnen werden können, wird die intensive Suchmaßnahme nicht mehr fortgeführt. Die polizeilichen Ermittlungen dauern dennoch an.«, so Gerald Olma, Leiter der Stabsstelle Öffentlichkeitsarbeit des Polizeipräsidiums Heilbronn.

Verdächtige Wahrnehmungen im Flussbereich umgehend melden

Wer verdächtige Wahrnehmungen im Flussbereich macht, wird gebeten, unverzüglich die Telefonnummer 09341 – 810 oder den Notruf 110 beziehungsweise 112 zu wählen.


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Foto: René Engmann