Spezialhunde haben angeschlagen – Vermisstenfall 13-Jährige in Fluss Tauber

Hilfeleistungen Main-Tauber-Kreis

Tauberbischofsheim. Die intensive Suche nach dem 13-jährigen Mädchen, das am Mittwochabend, den 09.01.2019, von der Nordbrücke in Tauberbischofsheim in den Fluss Tauber gestürzt und untergegangen war, brachte am vierten Tag der Einsatz- und Suchmaßnahmen einen ersten kleinen Hoffnungsschimmer. Wasserortungshunde der DLRG Wertheim haben im Wasser angeschlagen. Eine absuche durch Taucher brachte trotz Hochwasser keinen Erfolg. Die Suchmaßnahmen werden vorerst bis auf weiteres eingestellt.

Großeinsätze am Mittwoch und Donnerstag

Am Donnerstag, den 10.01.2019, wurde die Suche nach einem seit Mittwochabend, den 09.01.2019 vermissten Mädchen aus Tauberbischofsheim bei Tagesanbruch fortgesetzt. Bereits am Mittwochabend waren weit über 150 Einsatzkräfte der Polizei, Feuerwehr, DRK Rettungshundestaffeln und DLRG im Einsatz. Am Donnerstag rückten über 80 Polizeibeamtinnen und Polizeibeamte an. Erneut wurde das gesamte Ufer, samt Fluss und Uferböschung systematisch durchkämmt. Hierbei war anfänglich zwischen Tauberbischofsheim und Niklashausen gesucht worden. Zwischenzeitlich wurde der Suchradius auf den Bereich Tauberbischofsheim und Impfingen verkleinert. Trotz der intensiven Suche an Land und zu Wasser, blieb der zweite Tag der Suchmaßnahme ohne Erfolg.

Suchmaßnahme an Tag 3 erneut ohne Erfolg

Am Freitag, den 11.01.2019, erfolgte der dritte Tag der Suchmaßnahmen. Dieses Mal wurden rund 20 Polizeibeamtinnen und Polizeibeamte der Wasserschutzpolizei Heilbronn, dem Polizeirevier Tauberbischofsheim und alle zu dieser Zeit in Baden-Württemberg verfügbaren Spezialhunde, 6 an der Zahl, der baden-württembergischen Polizei zusammengezogen. Neu mit dabei, das DLRG Wertheim. Das DLRG Wertheim unterstützte die Suchmaßnahme mit 3 Spezialhunden, sogenannten Wasserortungshunden.

Der Einsatz an Tag 3 lief um 10.00 Uhr an. Die speziell dafür ausgebildeten Kräfte konzentrierten sich an diesem Tag auf den Bereich, zwischen dem Tatort, der Nordbrücke und Impfinger Wehr. In enger Zusammenarbeit mit der Polizei begannen die Einsatzkräfte des DLRG Wertheim die Suche zu Wasser. Direkt unter der Nordbrücke ließ man die Boote der Wasserschutzpolizei hinein. An Board waren hierbei die jeweiligen Bootsführer und die Spürhunde der Polizei. Das DLRG Wertheim setzte die spezielleren Hunde auf die Boote.

Bei den 3 eingesetzten Spezialhunden der DLRG Wertheim, handelt es sich um sogenannte Wasserortungshunde, die speziell ausgebildet sind, um über dem Wasser nach Menschen über und unter Wasser zu suchen. Diese Spezialhunde »Wasserortungshunde«, wurden auf die Boote der Wasserschutzpolizei gesetzt. Gemeinsam befuhren diese Stück für Stück den Fluss Tauber von der Nordbrücke bis nach Impfingen. Die Wasserortungshunde sind darauf spezialisiert, Hinweise zu geben, um einen Bereich genauer zu durchsuchen.

Nach rund 7 Stunden im Dauereinsatz, bis zum Einsetzen der Dämmerung gegen 17.30 Uhr, verlief die Suchmaßnahme erfolglos. Trotz aller Bemühungen und dem unermüdlichen Einsatz jener, musste der Einsatz erneut abgebrochen werden.

Suchmaßnahme an Tag 4 – Spezialhunde haben angeschlagen

Am vierten Tag der Suchmaßnahme, am Samstag, den 12.01.2019, begann man gegen 10.30 Uhr mit dem Einsatz. Diesmal schlugen die Spezialhunde der DLRG Wertheim an. Um etwaige Fehler oder Irritationen für die Spezialhunde auszuschließen, wurden diese getrennt und nach und nach von der Nordbrücke aus, mit den Booten der Wasserschutzpolizei flussabwärts im Fluss Tauber gefahren. Alle Wasserortungshunde schlugen unabhängig voneinander in ein und demselben Bereich an.

Diesmal kamen trotz erneut steigender Wassermassen, die durch ein kommendes Hochwasser geschuldet sind, Taucher zum Einsatz. Obwohl die Sicht derzeit bei null liegt, die Strömungsgeschwindigkeit durch das anhaltende und beginnende erneute Hochwasser viel zu hoch ist, begaben sich Taucher in den durch die Wasserortungshunde angezeigten Bereich. Trotz intensiver Suche, die durch das massive Wurzelwerk, der starken Strömungsgeschwindigkeit und weiteren gefahren im Wasser erschwert wurden, konnte kein Erfolg vermeldet werden. Gegen 16.45 Uhr musste erneut die Suchmaßnahme abgebrochen werden.

Keine weiteren Suchmaßnahmen

Wie Burkhard van der Groeben, Revierleiter des Polizeireviers Tauberbischofsheim am Samstag, den 12.01.2019, vor Ort mitteilte, werden keine weiteren Suchmaßnahmen in der nächsten Zeit stattfinden. »Nicht mehr in so einer hohen Personalstärke wie in den vergangenen Tagen.« »Ab jetzt lässt uns der Fluss leider im Stich, da im Laufe des heutigen Tages während des Einsatzes der Pegel anfing zu steigen und in den nächsten Tagen kontinuierlich weiter steigen wird.« »Aufgrund des Hochwassers ist es daher nicht mehr möglich zu Wasser die Einsatzmaßnahmen fortzuführen. Wir bleiben dennoch nicht tatenlos und werden Polizeibeamtinnen und Polizeibeamte während der Dienstzeit immer wieder zwischen den Einsätzen in den uns bekannten Bereich aussenden, um weiter Ausschau zu halten.«


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Fotos: René Engmann