Tragödie in Tauberbischofsheim – 13-Jährige im Fluss Tauber untergegangen

Hilfeleistungen Main-Tauber-Kreis

Tauberbischofsheim. Dramatische Szenen spielten sich am Mittwoch, den 09.01.2019, in und um Tauberbischofsheim ab. Ein Kind stürzte aus bislang ungeklärter Ursache in Tauberbischofsheim in den Fluss Tauber. Passanten hörten die Hilferufe; sahen das Kind davontreiben. Ein sofort abgesetzter Notruf löste einen Großeinsatz aus, der bis spät in den Abend andauerte.

13-Jährige in Fluss gestürzt und untergegangen

Um 16.55 Uhr nahm ein Pärchen, das gerade auf der Nordbrücke in Tauberbischofsheim lief, schmerzergreifende Hilfeschreie war. Ein sofortiger Blick über die beiden Brückengeländer offenbarte das Drama. Ein junges Kind war von den Fluten des Flusses Tauber mitgerissen worden und untergegangen. Das Pärchen setzte sofort einen Notruf ab.

Großeinsatz angelaufen

Die abgegebene Meldung löste einen Großeinsatz verschiedenster Hilfsorganisationen aus. Unmittelbar nach Notrufeingang wurde die Freiwillige Feuerwehr Tauberbischofsheim mit dem Alarmstichwort »Person in Tauber im Bereich der Nordbrücke« alarmiert. Diese rückte umgehend mit 4 Fahrzeugen und 22 Einsatzkräften dorthin aus und fand mit dem Rettungsdienst die Notrufgeber vor.

Unterhalb der Nordbrücke begann man umgehend mit der Suche im Uferbereich des Flusses Tauber in Fließ- und Fahrtrichtung Hochhausen. Weitere Kräfte, die in der Feuerwache auf Bereitschaft standen, wurden nachgeordert. Im weiteren Verlauf wurden die Abteilungswehren Impfingen und Hochhausen sowie die benachbarte Feuerwehr Werbach nachalarmiert, um den weiteren unteren Bereich des Flusses Tauber abzusuchen. Sämtliche Feuerwehren beteiligten sich ebenso bei der Absuche und des Ausleuchtens der Ufergebiete zwischen Tauberbischofsheim und Werbach.

Parallel liefen von der Polizei die Rücksprachen mit den Angehörigen zu den möglichen Aufenthaltsorten, die man ausschließen konnte, dass die vermisste Person auch diejenige ist, die im Verdacht stand. Wenig später erhärtete sich der Verdacht, dass es sich um ein 13-jähriges Mädchen handelte.

Rettungshundestaffeln suchten Uferbereiche entlang des Flusses ab

Die Rettungshundestaffel des DRK Bad Mergentheim wurde mit 10 Einsatzkräften und 4 Rettungshunden hinzugezogen, die sich umgehend weitere Hilfe aus den benachbarten Rettungshundestaffeln von dem DRK Mosbach und DRK Rhein-Neckar/Heidelberg holten. Diese suchten in enger Zusammenarbeit mit den Feuerwehren die Uferbereiche und Uferböschungen ab.

Strömungstaucher der DLRGs und Boote im Einsatz

Nach und nach wurden die Boote der DLRG Tauberbischofsheim und Königshofen in den Fluss gelassen, um die Suche auf dem Wasser zu starten. Hierbei kamen unter anderem ebenso Strömungstaucher im Einsatz.

Suchmaßnahmen erfolglos abgebrochen

Gegen 21.00 Uhr wurden die Such- und Einsatzmaßnahmen Stück für Stück heruntergefahren und schlussendlich abgebrochen. Aufgrund der bis dato herrschenden Dunkelheit, Witterung und bisherigen angelaufenen Einsatzdauer war ein Weitermachen nicht mehr möglich. Der Einsatz von Polizeihubschraubern mit Wärmebildkamera wurde in der baden-württembergischen Einheit sowie der bayrischen Einheit in Würzburg angefragt. Ein Aufsteigen war aufgrund der anhaltend schlechten Wetterlage für die Piloten jedoch nicht mehr möglich.

Über 150 Einsatzkräfte unterschiedlichster Hilfsorganisationen

Im Einsatz waren über 150 Einsatzkräfte. Die Polizei rückte mit 20 Polizeibeamten aus dem Polizeirevier Tauberbischofsheim, Polizeirevier Wertheim, Autobahnpolizei Tauberbischofsheim sowie Hundeführern an. Die Freiwillige Feuerwehr Tauberbischofsheim entsandte insgesamt 8 Fahrzeuge, die Freiwillige Feuerwehr Impfingen 1 Fahrzeug, sowie Hochhausen und Werbach mit jeweils einem weiteren Fahrzeug. Dabei kam eine Personalstärke aller Feuerwehren auf rund 80 Einsatzkräfte. Die DLRG aus Tauberbischofsheim und Königshofen hatten unter anderem Strömungstaucher mit dabei. Die Rettungshundestaffeln des DRK Bad Mergentheim, DRK Mosbach und DRK Rhein-Neckar/Heidelberg waren ebenso im Einsatz.

Hinweis
Die Such- und Einsatzmaßnahmen werden am nächsten Tag, Donnerstag, den 10.01.2019, in den Morgenstunden wieder umgehend aufgenommen.

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Fotos: René Engmann