Grünes Licht für Gesundheitszentrum in Künzelsau

Hohenlohekreis

Hohenlohekreis. Der Kreistag hat den Weg für ein neues Gesundheitszentrum in Künzelsau frei gemacht. In seiner Sitzung am Montag, den 10.12.2018, stimmte dieser der Konzeption für die künftige Ausgestaltung des Gesundheitszentrums in Künzelsau zu, welches die Geschäftsführung der Hohenloher Krankenhaus gGmbH »HK« ausgearbeitet hatte.

Wichtiger Bestandteil die Gesundheitsversorgung

»Die Weiterentwicklung des Standorts Künzelsau ist ein wichtiger Bestandteil der Gesundheitsversorgung im Hohenlohekreis«, erklärt Landrat Dr. Matthias Neth. »Bereits bei der Suche nach einem neuen starken, strategischen Partner für die HK haben wir dies im Rahmen des Markterkundungsverfahrens als Voraussetzung definiert.«

Hauptbestandteil ein Medizinisches Versorgungszentrum »MVZ«

Diese Konzeption des Gesundheitszentrums sieht als Hauptbestandteil ein Medizinisches Versorgungszentrum »MVZ« vor. Im Rahmen des MVZ kann zusätzlich die VERAH® »Versorgungsassistent in der Hausarztpraxis« als Pilotprojekt im ländlichen Raum im Bereich der hausärztlichen Versorgung eingesetzt werden. Erweitert werden soll das Gesundheitszentrum um eine Einrichtung zur Kurzzeitpflege. »Als ganz besonderen Baustein haben wir ein Angebot für integrative – ganzheitliche Medizin vorgestellt«, so HK-Geschäftsführer Matthias Warmuth. »Die Kombination aus konventioneller und komplementärer Medizin wäre für die gesamte Region ein Alleinstellungsmerkmal.« Die Tagespsychiatrische Klinik »ZfP«, die Notfallpraxis der KV sowie das MediKÜN mit seinen vielen Fachbereichen runden das Gesundheitszentrum Künzelsau ab.

Investierung in die bestehende Notfallversorgung

Darüber hinaus wird in die bestehende Notfallversorgung vor Ort investiert. Über die bereits vorhandene rettungsdienstliche 24h-Versorgung hinaus, soll im Rahmen eines zeitlich befristeten Pilotprojekts ein rechtskonformer und qualitätsgesicherter Sitzdienst in Künzelsau als Anlaufstelle für die Bevölkerung eingerichtet werden. Dieses Projekt wird regelmäßig evaluiert. Einhergehend mit der Digitalisierung wird man in diesem Bereich weitere Schritte in die Zukunft gehen und die telemedizinische Anbindung des Rettungsdienstes und der Notaufnahme am Krankenhaus Öhringen ausbauen. Parallel hierzu prüft der Bereichsausschuss derzeit den Bedarf für eine Erweiterung der vorhandenen Rettungsmittel für den Rettungsdienst im Hohenlohekreis.

Landrat erfreut über das künftige Gesundheitszentrum

»Die vielen Facetten, die wir künftig in Künzelsau anbieten, sind in dieser Form beispielgebend. Ich freue mich, dass wir so ein umfangreiches Zentrum schaffen, welches wir jederzeit nach Bedarf anpassen können«, bewertet Neth das zukünftige Gesundheitszentrum.

»Mit diesem Beschluss ist der Weg frei für die Weiterentwicklung eines vernetzten und zukunftsfähigen Gesundheitskonzeptes für die Bevölkerung im Hohenlohekreis«, unterstreicht auch Matthias Warmuth. »Wir als Geschäftsführung der HK können an die Umsetzung gehen und die Gespräche zum Aufbau eines Medizinischen Versorgungszentrums »MVZ« und der Einrichtung einer Kurzzeitpflege weiterführen.«

»Sorgen der Bevölkerung sehr ernst genommen«

Für die Umsetzung des Gesundheitszentrums in Künzelsau ist eine Konzentration der akut-stationären Versorgung am Standort Öhringen Voraussetzung. »Der Kreistag hat sich die Entscheidung sicher nicht leicht gemacht. Wir haben viele Faktoren beurteilt, kontrovers diskutiert und die Sorgen der Bevölkerung sehr ernst genommen«, so Neth. Die wachsenden Struktur- und Qualitätsvoraussetzungen an Häusern der Grund- und Regelversorger werden nicht erfüllt, was zu häufigen Patientenverlegungen führt.

Bereits heute werden lebensbedrohliche und komplexere Erkrankungen in den umliegenden Häusern behandelt. Die stetig sinkende Auslastung am Standort Künzelsau und die schwierige personelle Ausstattung sowie andererseits hohe Vorhaltekosten und Instandhaltungsnotwendigkeiten führen bis 2023 zu dauerhaften Defiziten in Millionenhöhe, die vom Hohenlohekreis auszugleichen wären. Die Konzentration soll daher bis spätestens zum 31.12.2019 erfolgen.

Praktische Umsetzung soll in 12 Monaten umgesetzt werden

Die praktische Umsetzung in zwölf Monaten stelle die HK vor eine organisatorische Herausforderung. »Wir sind guten Mutes, diese Aufgabe in dem guten Miteinander, das wir in den letzten Monaten mit den Führungskräften und Mitarbeitenden in der HK erfahren haben, gemeinsam bewältigen zu können«, ergänzt BBT-Regionalleiter Thomas Wigant. Man werde gemeinsam daran gehen, die anstehenden Umsetzungsschritte zu planen.

»Nach wie vor ist unser erklärtes Ziel: die dauerhafte Sicherstellung einer hochwertigen und qualifizierten Gesundheitsversorgung im gesamten Hohenlohekreis. Einen weiteren wichtigen Meilenstein hierzu hat der Kreistag mit seiner Sitzung gelegt«, beurteilt Landrat Dr. Matthias Neth die getroffene Entscheidung.


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