Glättemeldeanlagen im Main-Tauber-Kreis installiert

Main-Tauber-Kreis

Main-Tauber-Kreis. Das Straßenbauamt des Main-Tauber-Kreises hat vier neue Glättemeldeanlagen an Bundes- und Landesstraßen errichten lassen. Diese sollen einen Beitrag zur Verbesserung der Verkehrssicherheit bei winterlichen Straßenverhältnissen leisten. Sie wurden an der L504 bei Külsheim, an der B292 (Autobahnzubringer) bei Boxberg, an der B 290 bei Herbsthausen und an der L1020 am Landturm bei Oberrimbach errichtet. Eine weitere Anlage ist seit 2015 an der B19/B290 Südumgehung in Bad Mergentheim in Betrieb und hat sich gut bewährt.

Große Herausforderungen die unterschiedlichen topographischen Höhenlagen

»Die Überwachung des Straßennetzes wird immer komplexer«, berichtet der Leiter der Straßenmeisterei Wertheim, Martin Winkler. Gründe seien vor allem der zunehmende Verkehr, die gestiegenen Erwartungen der Verkehrsteilnehmer und die höheren Anforderungen an den Umweltschutz. Die steigende Komplexität betreffe besonders die Planung und die Einsatzleitung des Winterdienstes. Für weitere Herausforderungen sorgen die sehr unterschiedlichen Höhenlagen zwischen 140 und 450 Meter über Normalnull. »Diese speziellen Topographien machen es den Straßenmeistereien sehr schwer, einzuschätzen, wie das Wetter im Tal und wie das Wetter in den Höhenlagen ist beziehungsweise wie es sich im Laufe des Tages und in der Nacht entwickeln wird«, sagt Winkler.

900 kilometerlanges Straßennetz im Main-Tauber-Kreis

Daher unternehmen die Mitarbeiter der Straßenmeisterei früh morgens Kontrollfahrten auf dem rund 900 Kilometer langen Netz der Bundes-, Landes- und Kreisstraßen. Gerade in den Morgenstunden entwickelt sich die von den Autofahrern gefürchtete Reifglätte. »Die neuen Glättemeldeanlagen tragen zusätzlich dazu bei, potentielle witterungsbedingte Gefahren für den Verkehrsteilnehmer rechtzeitig zu erkennen und anschließend zu beseitigen. Ebenso wird damit ein Beitrag zu einem effizienten und Ressourcen schonenden Winterdienst geleistet«, ergänzt Thomas Knörzer vom Sachgebiet Betrieb und Verkehr des Straßenbauamtes.

Glättemeldeanlagen liefern eine enorme Datenmenge

Die Anlagen liefern Daten zur Luft- und Fahrbahntemperatur, zum Tau- und Gefrierpunkt, zu Niederschlagsart und -menge, zur Windrichtung und -geschwindigkeit, zum Restsalz auf der Straße sowie zur Wasserfilmdicke und verfügen über eine Alarmfunktion. Damit erhalten die Straßenmeistereien wichtige Zusatzinformationen, die zur Entscheidung über die Auslösung von Winterdiensteinsätzen notwendig sind. »So lässt sich frühzeitig erkennen, ob zum Beispiel mit gefährlicher Reifglätte gerechnet und vorbeugend gestreut werden muss, oder wo einsetzender Schneefall einen Räumeinsatz notwendig macht. Durch die Feststellung des Restsalzgehalts auf der Fahrbahn kann Streumittel eingespart und dadurch die Umwelt entlastet werden«, fasst Martin Winkler zusammen.

80.000 Euro durch Bund und Land in neue Technik investiert

Die Daten können in den Straßenmeistereien oder in den Winterdienstfahrzeugen mobil über Tablets abgerufen werden. Die Glättemeldeanlagen sind erkennbar als etwa fünf Meter hohe Masten am Straßenrand, an denen Sensoren, eine Kamera und eine Infrarotbeleuchtung angebracht sind. Weitere Sensoren sind jeweils in die Fahrbahn selbst eingebaut. Hinzu kommen kleine Schaltschränke. Der Bund und das Land haben für die neue Technik insgesamt 80.000 Euro investiert.

Trotz aller modernen Technik und des gut organisierten Winterdienstes müssen Verkehrsteilnehmer während der kalten Jahreszeit mit plötzlich auftretender Glätte rechnen. Zum einen bleibt eine Reaktionszeit zwischen Meldung und Streueinsatz, zum anderen können bei winterlichen Witterungsverhältnissen nicht alle Straßen gleichzeitig geräumt und gestreut werden. Im Regelfall ist der Winterdienst im Zweischichtbetrieb auf die Zeit von 04.00 Uhr bis 20.00 Uhr begrenzt. Daher werden alle Verkehrsteilnehmer um stets vorsichtige und angepasste Fahrweise gebeten.


Fotos: Landratsamt Main-Tauber-Kreis