Mobilfunklöcher im Neckar-Odenwald-Kreis melden

Neckar-Odenwald-Kreis

Neckar-Odenwald-Kreis. Viele Bürgerinnen und Bürger kennen sie aus ihrer täglichen Erfahrung beim mobilen Telefonieren: Funklöcher oder zumindest Regionen mit sehr schlechtem Empfang. Um diesen zu entgehen, hilft in der Regel, ein Standortwechsel. Nutzer von Smartphones aus dem Neckar-Odenwald-Kreis können jetzt aktiv die Bundesnetzagentur dabei unterstützen, diese Funklöcher aufzuspüren und somit langfristig zu einer flächendeckenden Abdeckung beitragen. Darauf weist die Landkreisverwaltung hin. Eine Smartphone-App der Bundesnetzagentur soll Funklöcher aufspüren.

Mobilfunkversorgung im Landkreis Neckar-Odenwald hinkt hinterher

Die Mobilfunkversorgung im ländlichen Raum wurde unter anderem im Kreistag des Neckar-Odenwald-Kreises und im Kreisverband des Gemeindetags diskutiert. Der Neckar-Odenwald-Kreis mit Landrat Dr. Achim Brötel an der Spitze, verfolgt das Thema seit 2017 noch intensiver als zuvor. Im März 2018 wandte sich der Landrat in einem persönlichen Schreiben an Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel.

Alle Gremien sind sich einig, dass der beste Hebel, um zu einer spürbar besseren Versorgung zu kommen, zukünftige Frequenzversteigerungen sind. Hier müsste die Bundesregierung über die Bundesnetzagentur entsprechende Vorgaben machen und mit der Frequenzvergabe verknüpfen. Kernpunkt dieser Regelung sollte es sein, dass die Versorgungsquote nicht an Haushalten anknüpft, sondern einen echten Flächenbezug aufweist. So würde sich die Abdeckung auf sämtliche Verkehrswege erstrecken.

Mit Blick auf die hohen Kosten in Flächenkreisen könnte ein Vorschlag des Landkreistags Baden-Württemberg eine Lösung aufzeigen: In wirtschaftlich schwer zu versorgenden ländlichen Räumen, sollte der Ausbau ausschließlich eines Netzes erfolgen. Gegen ein angemessenes Entgelt könnte dieses Netz im Wege des Roaming allen Netzbetreibern zur Verfügung gestellt werden. Diese Variante ist vergleichbar mit dem mit öffentlichen Mitteln geförderten Breitbandausbau im Neckar-Odenwald-Kreis. Die Telekom hat dort ein gefördertes Netz gebaut und stellt dieses über ein reguliertes Entgelt anderen Anbietern zur Verfügung (Open-Access-Prinzip).

Wie funktioniert die Smartphone-App?

Um mit der App eine Region mit geringem oder keinem Empfang zu melden, muss die App nach der Installation gestartet und der Button zum Test der Netzverfügbarkeit ausgewählt werden. Das Smartphone erfasst dann in regelmäßigen Abständen, ob eine Netzabdeckung vorhanden und ob sie durch 2G-, 3G- oder 4G-Technologie gegeben ist.

Nach Start der Aufzeichnung können parallel andere Anwendungen genutzt werden. Die Netzer-fassung läuft bis zu einer aktiven Beendigung durch den Anwender weiter. Wenn der Nutzer die Erfassung stoppt, werden die Daten mit der Angabe von Ort, Zeit und Mobilfunkanbieter an einen zentralen Server übermittelt. Sollte die Übertragung in einem Funkloch beendet werden, erfolgt die Übertragung, nachdem wieder eine Verbindung besteht.

Smartphone-App für iOS und Android

Ziel der Bundesnetzagentur ist es, die aus dem Neckar-Odenwald-Kreis von Nutzern so eingesendeten Daten in einer detaillierten Karte zusammenfassen und zu veröffentlichen. Zudem soll jährlich ein Bericht zur Netzabdeckung vorgelegt werden. Dafür benötigt die Agentur eine möglichst breite Datenbasis.

Für Android-Geräte gibt es die App »Breitbandmessung« im Google Play-Store, Besitzer von Apple-Smartphones finden sie dort im App-Store. Bei der Erfassung der Messpunkte und einer anschließenden Übermittlung an die Auswertesysteme werden pro 100 Messpunkten circa 0,1 Megabyte Daten benötigt.


Foto: René Engmann