Ganzzugverladung am Bahnhof Neckarelz mit 1.500 Festmeter »Käferholz«

Neckar-Odenwald-Kreis

Mosbach. Am Bahnhof in Mosbach-Neckarelz, wo an den Verladetagen normalerweise Waggongruppen von fünf bis sechs Waggons abgefertigt werden, konnte man in der zweiten Oktoberwoche 2018 eine Ganzzugsverladung mit 20 Waggons beobachten. Bereits in den Vorwochen konnte man sehen, dass größere Mengen Holz an der Güterverkehrsstelle des Landkreises vorgelagert wurden.

Schadinsekten und Fichtenborkenkäfer schlecht für Holz

Bei diesem Holz handelt es sich um »Käferholz«, das infolge des langanhaltenden Dürresommers vermehrt im Wald angefallen war. Die Baumart Fichte kommt aufgrund des sich abzeichnenden Klimawandels und der ausbleibenden Niederschläge mehr und mehr unter Stress und kann sich immer schlechter gegen Schadinsekten wie den Fichtenborkenkäfer zur Wehr setzen. In Summe wird dieses Jahr im Neckar-Odenwald-Kreis mit 20.000 bis 30.000 Festmetern »Käferholz« gerechnet. Befallene Bäume müssen umgehend gefällt und, um weiteren Schaden zu vermeiden, schnellstmöglich aus dem Wald und zu den Sägewerken verbracht werden.

Vermarktung bis Bayern oder gar Österreich

Forstdirektor Dietmar Hellmann, Fachdienstleiter Forst im Landratsamt Neckar-Odenwald-Kreis, erläutert hierzu: »Im Norden Baden-Württembergs gibt es wenige Nadelholzsägewerke, die die angefallenen Mengen zu einem geringen Umfang aufnehmen können. Die Waldbesitzer sind deshalb darauf angewiesen, in weiter entfernte Regionen bis Bayern oder gar Österreich zu vermarkten. Das Verladegleis in Neckarelz eröffnet den Zugang zu diesen Märkten.«


Foto: Landratsamt Neckar-Odenwald-Kreis