Versuchter Totschlag in Mosbach – 4 Täter – 2 Personen in Haft

Neckar-Odenwald-Kreis

Mosbach. Zwei Personen, ein 23-jähriger Syrer und ein iranischer Staatsbürger, die in Mosbach Zivilcourage zeigten und einer bislang unbekannten Person in einer gefährlichen Lage halfen, wurden selbst mehrfach Opfer einer 4-köpfigen Tätergruppe. Die 4-köpfige Tätergruppe, ein 22-jähriger deutscher, 27-jähriger türkischer, 25-jähriger deutsch-polnischer und 26-jähriger deutscher Staatsangehörige müssen sich wegen mehrfacher Körperverletzungsdelikten und versuchten Totschlag an einem der Opfer verantworten. Die zwei Haupttäter, der 22-jährige deutscher und 27-jährige türkischer Staatsangehörige wurden durch eine Spezialeinheit der Polizei festgenommen und in eine Justizvollzugsanstalt eingeliefert. Der 22-jährige Deutsche trat unter anderem dem 23-jährigen Syrer, der bereits auf dem Boden lag, mit dem Fuß auf den Kopf. Dieser verlor daraufhin das Bewusstsein und wurde von den beiden Tatverdächtigen zurückgelassen.

4 Personen greifen Unbekannten an – Zwei Personen zeigen Zivilcourage und werden selbst Opfer

Wie die Staatsanwaltschaft Mosbach und das Polizeipräsidium Heilbronn mitteilten, besteht nach dem Ergebnis der bisherigen Ermittlungen folgender Tatverdacht: Am Abend des 7. September 2018 waren der 22-jährige deutsche Beschuldigte und der 27-jährige Beschuldigte mit türkischer Staatsangehörigkeit mit einem 25-jährigen Deutsch-Polen und einem 26-jährigen Deutschen in Mosbach unterwegs.

Auf dem Parkplatz »Quartier an der Bachmühle« kam es zu einer körperlichen Auseinandersetzung zwischen dem Quartett und einem bisher Unbekannten. Ein 23-jähriger Mann mit syrischer Staatsangehörigkeit wurde auf das Geschehen aufmerksam und eilte dem Unbekannten couragiert zur Hilfe. Durch sein beherztes Eingreifen konnte der Geschädigte fliehen. Daraufhin schlug und trat die Gruppe gemeinschaftlich auf den 23-jährigen Syrer ein, auch als dieser schon am Boden lag. Ein iranischer Staatsangehöriger versuchte den Verletzten in Schutz zu nehmen, wurde aber von der 4er-Gruppe abgewehrt und hierbei ebenfalls verletzt.

23-jähriger syrischer Helfer wird ein drittes Mal Opfer der 4-köpfigen Tätergruppe

Nachdem die vier Schläger von dem Geschädigten 23-jährigen Syrer abgelassen hatten, begegneten sie ihm im Verlauf des Abends nochmals auf Höhe des Gartenwegs. Erneut schlugen sie den 23-jährigen syrischen Mann zusammen und nahmen ihm seinen Geldbeutel weg. Im Verlauf des Abends war dem 22-jährigen deutschen Tatverdächtigen sein Mobiltelefon abhandengekommen. In der falschen Annahme, dass der geschädigte Syrer dieses bei sich trage, stellten sie ihn ein drittes Mal. Nachdem er das Mobiltelefon nicht aushändigten konnte, trat der 22-jährige mit seinem Fuß auf den Kopf des am Boden Liegenden. Dieser verlor daraufhin das Bewusstsein und wurde von den beiden Tatverdächtigen zurückgelassen.

Iranischer Helfer wird zweites Mal Opfer der 4er-Täter-Gruppe

Bei ihrer Flucht trafen der 22-jährige deutsche- und der 27-jährige türkische Staatsangehörige auf den iranischen Staatsbürger, der zwischenzeitlich das Handy des 22-jährigen Täters aufgefunden hatte und ihm dieses geben wollte. Als Dank folgten Schläge ins Gesicht.

Versuchter Totschlag und gefährliche Körperverletzung

Nachdem zunächst von einer gefährlichen Körperverletzung ausgegangen werden musste, verdichtete und erhärtete sich im Verlauf der Anzeigenaufnahme und der Ermittlungen der Verdacht auf einen versuchten Totschlag. Die Staatsanwaltschaft Mosbach beantragte Haftbefehl. Bei Wohnungsdurchsuchungen konnten die Ermittler umfangreiche Beweismittel sicherstellen. Nach Festnahme des 22-jährigen deutschen- und des 27-jährigen türkischen Staatsangehörigen setzte der Haftrichter des Amtsgerichts Mosbach den Haftbefehl in Vollzug. Die beiden wurden in die Justizvollzugsanstalt eingeliefert. Gegen den 25-jährigen deutsch-polnischen- und den 26-jährigen deutschen Staatsangehörigen laufen die Ermittlungen. Diese sind auf freien Fuß.


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