Ergebnisse der Polizei-Aktion »sicher.mobil.leben« – »Ablenkung« am Steuer

Prävention

Main-Tauber-Kreis. Am Donnerstag, den 20.09.2018, fand die erste deutschlandweite Polizei-Aktion »sicher.mobil.leben« zum diesjährigen Thema »Ablenkung« statt. Auch im Zuständigkeitsbereich des Polizeipräsidiums Heilbronn, darunter den Landkreisen Main-Tauber, Neckar-Odenwald, Hohenlohe und Heilbronn gab es verstärkt Kontrollen. 235 Polizeibeamte kontrollierten insgesamt 3.014 Fahrzeuge. Die Bilanz, erschreckend. 162 Ahndungen gegen das Handyverbot, 419 Verwarnungen nicht angelegter Sicherheitsgurte und 21 Kinder die nicht vorschriftsgemäß in den Fahrzeugen saßen. Insgesamt wurden 1.135 Präventionsgespräche durchgeführt.

1.135 Präventionsgespräche geführt

Der Kontrollzeitpunkt fand zwischen 06.00 und 20.00 Uhr statt. Insgesamt beteiligten sich 235 Polizeibeamte des Polizeipräsidiums Heilbronn aktiv an den Kontrollen. An neun weiteren Kontrollstellen führten Beamte des Referats Prävention insgesamt 1.135 Präventionsgespräche durch, die deutlich Wirkung zeigten.

Kernbotschaften zu
Risikoerhöhung durch Ablenkung

  • Ablenkung am Steuer verringert die Aufmerksamkeit auf das Verkehrsgeschehen und verlängert die Reaktionszeiten.
  • Die Nutzung von Kommunikationsmitteln während der Fahrt erhöht das Unfallrisiko um mindestens das Vierfache.
  • Die Erhöhung des Unfallrisikos gilt für Fahranfänger und erfahrene Autofahrer in gleichem Maße.
  • Telefonieren und das Texten während der Fahrt ist genauso gefährlich wie das Fahren mit 0,8 – 1 Promille Blutalkohol.

Nutzerverhalten

  • Etwa die Hälfte aller Autofahrer benutzt das Mobiltelefon während der Fahrt ohne Freisprecheinrichtung.
  • Durchschnittlich jeder sechste Autofahrer verfasst Textnachrichten während der Fahrt, jüngere Fahrer noch häufiger.
  • Durchschnittlich jeder vierte Fahrer bedient sein Navigationsgerät während der Fahrt.

Unfallursache „Ablenkung“

  • Mehr als die Hälfte der Verkehrsunfälle steht im Zusammenhang mit Ablenkung.
  • Die Nutzung eines Smartphones führte 164mal häufiger zu einem Unfall im Vergleich zu Kontrollsituationen ohne deren Nutzung.
  • Alle Tätigkeiten, die physisch, psychisch oder emotional ablenken, führen zu Verkehrsunfällen – auch bei Radfahrern und Fußgängern.

3.014 Fahrzeuge kontrolliert

Bei Kontrollen von insgesamt 3.014 Fahrzeugen, darunter 373 LKW, 2.519 PKW, 101 Fahrräder sowie 21 sonstige Kraftfahrzeuge, darunter auch Zweiräder, wurden insgesamt 718 Verstöße festgestellt und geahndet. Verstöße gegen das Handyverbot, als Hauptgrund der Unfallursache »Ablenkung«, mussten 162-mal geahndet werden.

Ebenso erschreckend waren 419 Verwarnungen bei Fahrern oder Mitfahrern, die ihren Sicherheitsgurt nicht angelegt hatten. 21 Kinder saßen außerdem ohne oder ohne vorschriftsmäßige Sicherung in den Fahrzeugen.

Polizeipräsident Hans Becker kündigte weitere Überwachungsmaßnahmen an

»Die Überwachung des Straßenverkehrs ist auch weiterhin eine Kernaufgabe der Polizei. Dies machen unsere Unfallzahlen deutlich. Neben zahlreichen präventiven Ansprachen ist auch eine Verfolgung unersetzlich, da Appelle an die Vernunft nicht ausreichen. Das zeigt auch insbesondere die Ablenkung durch Handynutzung am Steuer – seit einigen Jahren ein Schwerpunkt unserer Verkehrsüberwachung mit ständig steigenden Treffern. Es ist daher richtig gewesen eine solche bundesweite Aktion durchzuführen, um eine öffentliche Aufmerksamkeit zu bekommen«, wertete Polizeipräsident Hans Becker das Kontrollergebnis und kündigte weitere Überwachungsmaßnahmen an.


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19.09.2018 – »Ablenkung« am Steuer – Polizeiaktion »sicher.mobil.leben«


Fotos: René Engmann