Aus und vorbei – Schlachthof Tauberbischofsheim bleibt für immer geschlossen

Main-Tauber-Kreis

Tauberbischofsheim. Aus und vorbei. Der durch gewaltvolle Tierquälerei deutschlandweit bekannt gewordene »McDonald´s Schlachthof«, »Hynek-Schlachthof« aus Tauberbischofsheim (wir berichteten mehrfach) öffnet nicht mehr. Der Schlachthof bleibt für immer geschlossen, wie der Betreiber OSI Food Solutions mitteilte. Am Donnerstag, den 20.09.2018 haben knapp 50 Mitarbeiter des Standortes die Kündigung erhalten.

Schlachthof nimmt betrieb nicht mehr auf – Knapp 50 Mitarbeitern gekündigt

Der seit Mitte Februar 2018 geschlossene Skandal-Schlachthof »Hynek« aus Tauberbischofsheim nimmt den Betrieb nicht mehr auf. Die endgültige Abwicklung soll bis Ende Oktober über die Bühne gezogen sein, wie der Betreiber OSI Food Solutions mitteilte. Am Donnerstag, den 20.09.2018 erhielten knapp 50 Mitarbeiter in Tauberbischofsheim die Kündigung.

Tierschutzorganisation »SOKO Tierschutz« deckte Tierquälerei auf

Am 14. Februar 2018 ließ die Tierschutzorganisation »SOKO Tierschutz« aus Augsburg im wahrsten Sinne des Wortes die Bombe platzen. Nach intensiven Recherchen und eingeschleusten versteckten Kameras in den Schlachthof in Tauberbischofsheim, brachte diese abscheuliche Taten im Umgang mit zu schlachtenden Tieren ans Licht. Tägliche Misshandlungen durch Elektroschocker, Rinder, die bei vollem Bewusstsein aufgeschlitzt wurden und vieles mehr, wurden durch die versteckten Videoaufnahmen bewiesen. Eine sofortige Schließung des Betriebes erfolgte durch die Behörden.

Strafanzeigen durch McDonald’s und Tierschutzorganisation gegen Schlachthof und Veterinäramt

Ein der Abnehmer, McDonald’s Deutschland LCC sowie die Tierschutzorganisation »SOKO Tierschutz« erstatteten daraufhin Strafanzeige bei der Staatsanwaltschaft Mosbach. Die Anzeigen richteten sich gegen die Verantwortlichen und Mitarbeiter der Firma, die den Schlachthof betreibt und gegen das zuständige Veterinäramt des Landratsamtes Main-Tauber-Kreis, wie uns damals der zuständige Staatsanwalt Florian Sommer in einem Gespräch mit banews.de mitteilte.

Sofortige Schließung durch das Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz

In enger Abstimmung mit dem baden-württembergischen Minister Peter Hauk vom Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz (MLR), hatte das Veterinäramt am Mittwochmorgen mit sofortiger Wirkung die Schlachtung im Schlachthof »Hynek« in Tauberbischofsheim untersagt. Noch am selbigen Tag ankommende Tiere durften nicht mehr angenommen und geschlachtet werden.

Staatsanwaltschaft und Kriminalpolizei durchsuchten Schlachthof nach Beweismaterial

Reges Treiben herrschte einen Tag später, am Donnerstag, rund um den Schlachthof. Die Kriminalpolizei Heilbronn hatte hierzu eine eigene Ermittlungsgruppe gegründet. Mehrere Streifenwagenbesatzungen standen zum Schutz der betroffenen Mitarbeiter und eingesetzten Ermittler rund um den Schlachthof. Zusätzlich patrouillierte ein Sicherheitsdienst auf dem Gelände des Schlachthofes und Veterinäramt. Mehr als 20 Beamte der Schutz- und Kriminalpolizei Tauberbischofsheim durchsuchten den Schlachthof. Angeordnet wurde die damalige Durchsuchung auf Antrag der Staatsanwaltschaft Mosbach von einem Richter des Amtsgerichts Mosbach. Bei der mehrstündigen Durchsuchungsmaßnahme wurde umfangreiches Beweismaterial sichergestellt, dessen Auswertung mittlerweile abgeschlossen wurde und gegen 25 Personen ein Ermittlungsverfahren eingeleitet wurde.

Nach Probebetrieb – Schließung bereits nach einem Tag – weiterhin Verstöße gegen Tierschutz

Der Schlachtbetrieb am Schlachthof Hynek in Tauberbischofsheim wurde nach dem ersten regulären Schlachttag am 16. April 2018, im Rahmen des eingeschränkten Betriebes (Probeschlachtung) noch am selbigen Tag durch das Veterinäramt des Landratsamtes Main-Tauber-Kreis wieder eingestellt. Der eingeschränkte Betrieb hatte gezeigt, dass entgegen den Auflagen nach der Probeschlachtung, auch nach Wochen der Zwangsschließung einzelne Maßnahmen nicht so umgesetzt wurden, dass ein jederzeit tierschutzgerechter Schlachtbetrieb gewährleistet werden kann. Die Behörden hatten deshalb umgehend reagiert und den eingeschränkten Betrieb eingestellt.


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Foto: René Engmann