Strafgefangener nach Flucht wieder hinter Gittern – Zu keiner Zeit Gefahr

Main-Tauber-Kreis

Bad Mergentheim/Leinfelden-Echterdingen. Ein 19-jähriger Strafgefangener war am Montag, den 17.09.2018, in einem Bad Mergentheimer Krankenhaus zur Behandlung. Trotz zweifacher Beinfesselung konnte er fliehen. Kurz vor Mitternacht wurde der 19-jährige im 130 Kilometer entfernten Leinfelden-Echterdingen festgenommen. Aufgrund eines Facebook-Beitrages, der durch eine lokal ansässige Zeitung verbreitet wurde, zugleich mit dem Hinweis einer »verhängte Nachrichtensperre«, herrschte in der Bevölkerung große Verunsicherung und Panik. Eine Nachrichtensperre gab es nie. Es bestand zugleich zu keinerlei Zeit eine Gefahr für die Bevölkerung, wie die Polizei mitteilte.

19-jähriger Strafgefangener aus Krankenhaus geflohen

Ein 19-jähriger Strafgefangener war am Montag zur Behandlung in einem Bad Mergentheimer Krankenhaus. Gegen 14.30 Uhr gelang ihm die Flucht, trotz zweifacher Fesselung an den Beinen. Eine sofort eingeleitete Großfahndung unter Einbeziehung eines Polizeihubschraubers im nahen Umfeld des Krankenhauses führte zunächst nicht zum Erfolg. Zeitgleich wurde die ehemalige Wohnanschrift des Gefangenen in Stuttgart überprüft und die Fahndung auf den dortigen Bereich ausgeweitet.

Gegen 20.30 Uhr, teilte ein aufmerksamer Taxifahrer der Bad Mergentheimer Polizei mit, dass er eine Person in einem Arztkittel zum Bahnhof gefahren hätte. Nach weiteren Hinweisen verschiedenster Taxifahrer führte die Spur des Geflohenen schließlich in das 130 Kilometer entfernte Leinfelden-Echterdingen, wo der 19-jährige um 23.30 Uhr wieder festgenommen werden konnte.

Wieder hinter Gitter

Zwischenzeitlich sitzt der 19-jährige, der sich wegen räuberischer Erpressung in Untersuchungshaft befindet, wieder hinter Gitter. Die Umstände, wie sich der Mann von seinen Fußfesseln befreien konnte, werden derzeit geprüft und sind Gegenstand der Ermittlungen.

Facebook-Beitrag löste große Verunsicherung in der Bevölkerung aus

Gegen 21.30 Uhr wurde über das soziale Netzwerk Facebook ein Facebook-Beitrag durch eine lokal ansässige Zeitung veröffentlicht. Dieser Beitrag wurde knapp 500-Mal geteilt und weit über 100-Mal kommentiert. Der Inhalt des Beitrages löste eine große Verunsicherung in der Bevölkerung aus. Auch eine angeblich »verhängte Nachrichtensperre«, die durch eine einzige Staatsanwaltschaft verhängt worden sei, gab es nie, wie das Polizeipräsidium und die Staatsanwaltschaft mitteilten. Zwei weitere veröffentlichte Beiträge am Dienstag beinhalteten weitere fehlerhafte Angaben, wobei der Strafgefangene erst am Montagabend geflohen sei und wegen »Eigentumsdelikten« inhaftiert gewesen sei. Auch hier wies das Polizeipräsidium Heilbronn nochmals darauf hin, dass die Flucht bereits gegen 14.30 Uhr erfolgte und der 19-jährige sich wegen räuberischer Erpressung in Untersuchungshaft verantworten muss.

Zwei Staatsanwaltschaften involviert

Eine öffentliche Fahndung wurde bewusst nicht sofort und auch zu einem späteren Zeitpunkt nicht ausgelöst, da man die Spur des Geflohenen durch Befragungen rekonstruieren konnte. An dem Fall selbst, waren außer dem Polizeipräsidium Heilbronn, zwei weitere Staatsanwaltschaften, Ellwangen und Mosbach, beteiligt.


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