Falsche Todesanzeige! – 19-jährige Frau aus Main-Tauber-Kreis für tot erklärt

Main-Tauber-Kreis

Main-Tauber-Kreis. Einen besonders perfiden und abscheulichen Scherz, erlaubt sich derzeit ein Unbekannter. Eine 19-jährige Frau aus dem Main-Tauber-Kreis wird seit dem 13.09.2018, durch eine gefälschte Todesanzeige, für Tod erklärt. Die gefälschte Todesanzeige wird massenhaft, wie ein Kettenbrief, durch den Instant-Messaging-Dienst »WhatsApp« weitergeleitet. Die Frau ist jedoch quicklebendig und lebt!

Gefälschte Todesanzeige

Mag es für vieles gut und wichtig sein – die heutige digitale Zeit und Vernetzung – so wird dieses Zeitrelikt auch für kriminelle Machenschaften und Absichten missbraucht. Seit Donnerstag, den 13.09.2018 erhält eine 19-jährige Frau aus dem Main-Tauber-Kreis unzählige und nicht aufhörende Anrufe, Nachrichten und Fragen, ob diese »noch lebe«. Der Grund? Durch den Instant-Messaging-Dienst »WhatsApp« geistert seit diesem Tag eine gefälschte Todesanzeige umher.

Dort wird eine 19-jährige für tot erklärt, obwohl diese quicklebendig ist. Die in der gefälschten Todesanzeige enthaltenen angegebenen personenbezogenen Daten, sind schlichtweg falsch. Das angegebene Todesdatum, datiert auf Freitag, den 07.09.2018, sowie die angegebenen trauernden Angehörigen, Trauerfeier (Datum, Zeit, Ort, Örtlichkeit) und Trauertext sind frei erfunden.

Massenhaft wird diese wie ein verseuchter Kettenbrief weitergeleitet. Ob der jeweilige WhatsApp-Empfänger die 19-jährige dabei kennt oder nicht, spielt in solchen Fällen wie so oft eine untergeordnete Rolle. Ohne Hirn und Verstand werden solche Nachrichten unzählig weitergeleitet, weil wie in diesem Fall, ein junges Leben »schnell zu Ende« war. Selbst wenn diese gefälschte Todesanzeige »echt« wäre, ist der Anstand und die Vernunft weit entfernt.

19-jährige Annica S. lebt!

Halten wir es in diesem Abschnitt kurz: Annica S., wie die gefälschte Todesanzeige verlautbart, lebt! Die 19-jährige erfreut sich ihrer besten Gesundheit. Was jedoch nach und nach zur Belastung für die Frau wird, sind die Konfrontationen jener Personen, die auf diese gefälschte Todesanzeige hereinfallen und blauäugig Weiterleiten, mit den ständigen Nachfragen, ob Sie denn »echt tot« sei.

Straftat – bis zu drei Jahren Gefängnis möglich

Das Strafgesetzbuch sieht eine Strafe von bis zu drei Jahren Haft wegen Nachstellung vor. Mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe wird bestraft, wer einer anderen Person in einer Weise unbefugt nachstellt, die geeignet ist, deren Lebensgestaltung schwerwiegend zu beeinträchtigen, indem er dieser auf geeignete Weiße nachstellt. Wie in diesem Fall, mit einer gefälschten Todesanzeige.

Redaktioneller Hinweis
Aus Opferschutz-Gründen haben wir die personenbezogenen Daten, den ausgeschriebenen Nachnamen und das Geburtsdatum in der beigefügten Todesanzeige, unkenntlich (Verpixelung) gemacht. Die 19-jährige und deren Angehörige sind der Redaktion bekannt.

Foto: Symbolfoto