Bahnschranke und Lichtzeichensignalanlage durch Verkehrsunfall zerstört

Main-Tauber-Kreis Verkehrsunfälle

B292/Lauda-Königshofen. Ab sofort längere Wartezeiten am Bahnübergang Königshofen. Eine zerstörte Lichtzeichensignalanlage und Bahnschranke sind das Ergebnis eines Verkehrsunfalles am Samstag, den 01.09.2018, am doppelten Bahnübergang auf der B292 in Königshofen. Der Fahrer eines PKW kam aus bislang ungeklärter Ursache auf die Gegenfahrbahn und zerstörte dabei die Bahneinrichtung. Sämtliche Züge fahren mit Schrittgeschwindigkeit und hörbarem Signalpfiff an und über den Bahnübergang. Ein Bahnübergangsposten wird demnächst eingerichtet.

PKW zerstört Bahnübergangseinrichtung

Um 08.35 Uhr kam es zu einem Verkehrsunfall auf der B292 zwischen Königshofen und Sachsenflur. Am doppelten halbbeschrankten Bahnübergang Königshofen befuhr ein 55-jähriger Fahrer eines Würzburger PKW Ford Focus die B292 in Fahrtrichtung Sachsenflur. Aus bislang ungeklärter Ursache kam der Fahrer wenige Meter vor dem zweiten Bahnübergang, Streckenabschnitt »Frankenbahn« Stuttgart – Würzburg, von der Fahrbahn ab, schoss über die Gegenfahrbahn, den Fußgänger- mit Fahrradweg und Bahnübergang und prallte mit voller Wucht gegen die Lichtzeichensignalanlage samt Schrankenholm und zerstörte diese. Der PKW landete 5 Meter weiter weg im Gestrüpp. Glücklicherweise passierte in diesem Moment kein Fußgänger oder Fahrradfahrer den Weg.

Der 55-jährige Unfallverursacher wurde leicht verletzt und anschließend in ein Krankenhaus transportiert. Am PKW entstand Totalschaden. Ein Abschleppunternehmen kümmerte sich um die Bergung des Fahrzeuges. Der entstandene Gesamtschaden der Bahnübergangseinrichtung beläuft sich auf mehrere zehntausend Euro. Die genaue Schadenshöhe steht nach Aussage der Pressestelle der Deutschen Bahn derzeit noch nicht fest, die Ermittlungen laufen.

Streckensperrung – 7 Regionalzüge ausgefallen

Mit Beginn des Verkehrsunfalls um 08.35 Uhr, musste der Bahnübergang und die Gleise bis 10.03 Uhr voll gesperrt werden. Die knapp eineinhalb-stündige Vollsperrung des Streckenabschnitts Lauda – Osterburken, »Frankenbahn« Stuttgart – Würzburg, hatte zur Folge, dass 7 Regionalzüge der Deutschen Bahn ausfielen. Zwei Techniker des Notfallmanagements der Deutschen Bahn rückten an, um den Schaden zu analysieren und weitere Maßnahmen zu veranlassen.

Schienenersatzverkehr mit Bussen

In der Zwischenzeit richtete die Deutsche Bahn einen Schienenersatzverkehr (SEV) ein. Zwischen dem Bahnhof Lauda und Bahnhof Osterburken pendelten Busse, um die betroffenen Passagiere von A nach B zu befördern. Mit Aufhebung der Streckensperrung konnte ab 10.03 Uhr der Bahnverkehr zwischen Würzburg und Stuttgart wieder vollständig aufgenommen werden.

Züge fahren mit Schrittgeschwindigkeit und Zugpersonalsignal

Ab sofort gilt für den gesamten Zugverkehr die Überfahrt des Bahnübergangs »auf Sicht«. Dies bedeutet, dass sowohl Passagierzüge als auch Güterzüge bereits weit vor dem Bahnübergang stark abbremsen, langsam anrollen und mit Schrittgeschwindigkeit diesen überfahren. Sobald der letzte Waggon den Bahnübergang passierte, wird die reguläre Geschwindigkeit wieder aufgenommen. Ferner wird bereits vor Beginn der Überfahrt ein Zugpersonalsignal abgegeben, um die Verkehrsteilnehmer zusätzlich darauf hinzuweisen. Der Zeitverlust für die Züge beträgt durch die Beeinträchtigung im regulären Fahrplan maximal 5 Minuten, wie ein Sprecher der Pressestelle der Deutschen Bahn auf Nachfrage von banews.de mitteilte. Diese verlorene Zeit kann je nach eingesetzten Zug, auf längeren Streckenabschnitten, bei voller Fahrt wieder aufgeholt werden.

Auswirkungen für Verkehrsteilnehmer – längere Wartezeiten

Auf Taten folgen Auswirkungen. So auch in diesem Fall. Für Verkehrsteilnehmer der B292 bei Königshofen wirkt sich dies mit längeren Wartezeiten aus. Konkret müssen dabei mehrere Minuten des üblichen Wartens zusätzlich eingerechnet werden. Auch für den gegenüberliegenden Bahnübergang, der Gleisstrecke »Taubertalbahn«, bedeutet dies eine längere Zeit der geschlossenen Schranken. Beeinträchtigungen für den Bahnverkehr selbst, ist auf diesem Gleis nicht gegeben. Zu den werktäglichen Berufsverkehrszeiten in den früh und spät nachmittäglichen Stunden, bedeutet dies ein größerer Rückstau und Zeitverlust.

Bahnübergangsposten wird in Kürze eingesetzt

Bis zum Austausch oder Instandsetzung der zerstörten Bahnübergangseinrichtung, wird künftig ein Bahnübergangsposten (BÜP) als zusätzliche Sicherheitsmaßnahme eingesetzt. Dies bedeutet, dass Mitarbeiter die Verkehrsteilnehmer rechtzeitig vor durchfahrenden Zügen warnen und ein gefahrloses passieren der Gleisanlage ermöglichen. Die Anfahrt »auf Sicht« mit starkem Abbremsen, Abgabe eines Zugpersonalsignal und überfahren des Übergangs in Schrittgeschwindigkeit bleiben dabei weiterhin aktiv, wie die Deutsche Bahn mitteilte. Ab wann der Bahnübergangsposten vor Ort die Arbeit aufnehmen kann ist zum derzeitigen Standpunkt unbekannt. Eine Bestellung an die ausführende Firma wurde in Auftrag gegeben.

Appell der Deutschen Bahn an Verkehrsteilnehmer

»Mit oder ohne Bahnübergangsposten; der Bahnübergang ist dennoch vollständig verkehrssicher, aufgrund dessen das ein Zug sehr langsam fährt und die restlichen verfügbaren Signalgeber einwandfrei arbeiten. Das Einhalten der geltenden Vorschriften der Straßenverkehrsordnung durch die Verkehrsteilnehmer, erhöht die Sicherheit ungemein.«, so ein Pressesprecher der Deutschen Bahn.


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Fotos: René Engmann