6.000 Personen in Main-Tauber-Kreis zeitweilig ohne Strom

Main-Tauber-Kreis

Main-Tauber-Kreis. Punkt 11.35 Uhr gingen am Freitagvormittag des 24.08.2018 für über 6.000 Personen im Main-Tauber-Kreis die Lichter aus. Der Schwerpunkt hierbei lag im östlichen Teil des Landkreises. Ein Fehler eines 20.000 Volt Mittelspannungskabels in Gerlachsheim löste eine Kettenreaktion aus, wobei in der Transformatorenstation »Farrenstall« in Grünsfeld ein Kurzschluss mit anschließendem Brand entstand. Die genaue Position des Erdkabels ist bisher unbekannt. Am kommenden Montag wird hierzu ein Messwagen zum Einsatz kommen.

Fehlerhaftes 20 kV Mittelspannungskabel löste Kettenreaktion aus

Um 11.35 Uhr ging in der Leitstelle des Verteilnetzbetreiber Netze BW die Fehlermeldung einer Netzstörung im Main-Tauber-Kreis ein. Zwischen den Transformatorenstationen »Waldstraße« und »Werkstätte« im Lauda-Königshöfer Ortsteil Gerlachsheim löste ein 20 kV Mittelspannungskabel einen Fehler aus, der eine Kettenreaktion mit sich zog. Im weiteren Verlauf löste dieser Fehler in der Transformatorenstation »Farrenstall« im benachbarten Grünsfeld einen Kurschluss aus, wobei es zu einem anschließenden Brand und starker Rauchentwicklung kam.

Stromausfall betraf über 6.000 Personen

Sekundenschnell führte dies zu einem flächigen Stromausfall von 10 Orten im östlichen Landkreis. Ein kompletter Stromausfall erfuhren die Orte Grünsfeld, Grünsfeldhausen, Krensheim, Kützbrunn, Paimar, Zimmer, Großrinderfeld, und Poppenhausen. Ebenfalls kam es zu einem Stromausfall in Tauberbischofsheim, wobei ein Bruchteil (4 Transformatorenstation) abschalteten, was eine sehr geringe Personenanzahl betraf. In Gerlachsheim, jenem Ursachenort, betraf der Stromausfall nur die Hälfte der Bevölkerung.

Nach und nach konnte die Energieversorgung über eine Umschaltung im Mittelspannungsstromnetz, quasi einer »Umleitung« um die eigentliche Stromroute, hergestellt werden. Bereits nach 13 Minuten des Ausfalls waren die Orte Großrinderfeld, Tauberbischofsheim und Poppenhausen wieder am Stromnetz. Nach und nach folgten die restlichen Orte, wobei es um 12.04 Uhr mit den ersten Ortsteilen von Grünsfeld, anschließend um 12.33 Uhr mit Grünsfeld selbst wieder bergauf ging. Der letzte verbliebene Ort Gerlachsheim konnte sich nach zwei Stunden und 2 Minuten glücklich schätzen.

Messwagen zur genauen Positionsermittlung kommt zum Einsatz

Da die schadhafte Stelle, die sich zwischen den Gerlachsheimer Transformatorenstationen »Waldstraße« und »Werkstätte« befindet, bisher nicht ausfindig gemacht werden konnte, wird am Montag, den 27.08.2018 ein spezieller Messwagen eingesetzt. Dieser kann bei einem nicht zu ortenden Kurzschluss eines erdverlegten Kabels die genaue Position ermitteln. Sobald die schadhafte Stelle gefunden wurde werden weitere Maßnahmen in Bezug auf deren Behebung folgen, wie ein Pressesprecher der Netze BW auf Nachfrage von banews.de mitteilte.


Foto: René Engmann