Visuelle Lösung ersetzt provisorische Höhenbegrenzung in Tauberbischofsheim

Main-Tauber-Kreis

Tauberbischofsheim. Weit über die Kreisgrenzen des Main-Tauber-Kreis hinaus, war es das unangefochtene Gesprächsthema Nummer eins im gesamten zweiten Halbjahr 2017. Die Tauberbischofsheimer »provisorische Höhenbegrenzung« am Kreisverkehr »Zipf«. In der im Jahr 2017 fünfeinhalb-monatigen Großbaustelle im Ortskern, fuhren in dieser Zeit über hunderte übergroße Fahrzeuge verbotswidrig in und durch die gesperrte Hauptstraße. Endstation war an der Eisenbahnbrücke. Mitte November 2017 kam es wie es kommen musste. Ein schwerer Verkehrsunfall zwischen einem LKW und der Eisenbahnbrücke war die Folge. Achteinhalb Monate dauerte es, bis die Reparaturarbeiten angefangen wurden. Diese sind jetzt abgeschlossen und der Straßenverkehr kann wieder ungehindert fahren. Wenige Tage zuvor, Anfang August 2018, wurde die provisorische Höhenbegrenzung vollständig abgebaut. Wie geht es jetzt damit weiter?

Visuelle Lösung kommt in den nächsten Monaten

Anfang August 2018 wurde die provisorische Höhenbegrenzung, die zwischen Kreisverkehr »Zipf« und der Hauptstraße installiert wurde, abgebaut. Wie auf Nachfrage von banews.de zu erfahren war, wird in den nächsten Monaten eine neue visuelle Lösung angebracht. Wie diese aussehen soll, in welcher Form diese kommen soll, damit hält man sich derzeit in Schweigen.

Chronologie des Schreckens

Mit Beginn der Großbaustelle am 03. Juli 2017 an der Tauberkreuzung und der dadurch zwangsläufigen weiträumigen Umleitung nahm das Schrecken um die Eisenbahnbrücke in der Hauptstraße seinen Lauf, die am Ende mit einer schwer beschädigten Eisenbahnbrücke und achteinhalb-monatigen Teilsperrung der Hauptstraße endete. Das zuvor eiserne gesteckte Ziel der Deutschen Bahn innerhalb zweieinhalb Monaten damit fertig zu sein, wurde mit der knapp dreieinhalb-fachen Zeit maßgeblich überboten.

2017 – Sattelzugfahrer missachtet Verbotsschilder

Wenige Tage nach Baubeginn der Großbaustelle an der Tauberkreuzung folgte am Mittwochmorgen, den 05.07.2017, zum morgendlichen Berufsverkehr ein Verkehrschaos am westlichen Ortseingang. Ein Sattelzugfahrer missachtete sämtliche Verbotsschilder und fuhr in die Hauptstraße. Vor der Eisenbahnbrücke war Schluss. Das Resultat, ein massiver Rückstau bis weit in die B27.

2017 – Zusätzlich installierte Verkehrsbeschilderung sollte vor weiterem Verkehrschaos schützen

Mit der Anbringung weitere Verkehrsbeschilderungen, zwischen dem Kreisverkehr »Zipf« und der Hauptstraße, wurde über das Wochenende des 14. und 15. Juli 2017 die maximale Durchfahrtshöhe für den Verkehr noch deutlicher signalisiert. Dabei handelte es sich um eine verdoppelte Anzahl der bis dato angebrachten Verkehrsbeschilderung. Schriftgröße sowie Schriftbild blieben dabei identisch, lediglich wurde der Hintergrund übergroß dimensioniert, was ein hervorheben der eigentlichen Bedeutung mit sich bringen sollte.

2017 – Die Monate vergingen – Die Missachtung der Verkehrsbeschilderungen blieben

Es vergingen rund 3 Monate, in denen wir weit über 40 Verkehrsmeldungen veröffentlicht hatten, in denen ausschließlich Lastwagenfahrer die Verkehrsbeschilderungen missachteten, ein Verkehrschaos auslösten und die Anwohner der Hauptstraße an ihren Nerven zerren lies. 90 % der von uns veröffentlichten Verkehrsmeldungen waren Sattelzüge (40-Tonner), 7 % fielen auf Gliederzüge und 3 % auf Sattelzüge (12-Tonner). Die Dunkelziffer, der uns nicht gemeldeten Falschfahrten lag dabei weit über dem 4 bis 5-fachen. Bis dahin waren es noch zwei Monate bis die Großbaustelle im Ortskern zu Ende war.

2017 – Provisorische Höhenbegrenzung an Tauberbischofsheimer Brennpunkt wurde installiert

Exakt 110 Tage nach Beginn der Großbaustelle am 03. Juli 2017 wurde am Samstag, den 21.10.2017 eine provisorische Höhenbegrenzung am westlichen Ortseingang von Tauberbischofsheim in Betrieb genommen. Nach dreieinhalb Monaten zähem hin und her der Zuständigkeit und Haftungsangelegenheit durch die Stadtverwaltung Tauberbischofsheim, dem Landratsamt Main-Tauber-Kreis und Regierungspräsidium Stuttgart, entschloss man sich zu dieser Maßnahme. »Der Aufbau des Höhentors am Zipfkreisel war der Dringlichkeit der Situation geschuldet und eine Übergangslösung.«, wie die Pressesprecherin Susanna Blum der Stadt Tauberbischofsheim auf Nachfrage von banews.de mitteilte.

2017 – Verkehrsteilnehmer missachteten weiterhin provisorische Höhenbegrenzung

Es war der Lösungsvorschlag wovon sich nach mehreren Monaten viele eine Besserung und Ruhe in der Tauberbischofsheimer Hauptstraße erhofft hatten. Eine provisorische Höhenbegrenzung die den Verkehrsfluss für übergroße Fahrzeuge allemal unterbinden sollte. Die Euphorie hielt nicht länger als 4 Tage an. Für einen 40 Tonnen schweren Sattelzug war die Fahrt in den Vormittagsstunden an der Eisenbahnbrücke abrupt zu ende. Ein langer Rückstau war wieder einmal die Folge.

2017 – LKW blieb an Eisenbahnbrücke hängen – Brückenträger wurde abgerissen

Der bislang folgenschwerste Vorfall ereignete sich drei Wochen nach der Installation der provisorischen Höhenbegrenzung, am Mittwochvormittag des 15. November 2017. Gegen 11.00 Uhr befuhr der Fahrer eines Lastwagens die Hauptstraße stadteinwärts. Offenbar beim Be- oder Entladen eines Containers, vergaß er den Ladearm des LKW wieder einzufahren. Da dieser noch ausgefahren war, prallte dieser bei voller Fahrt unter der 3,4 Meter hohen Eisenbahnbrücke gegen die Brückenträger. Durch die Wucht des enormen Aufpralls riss ein Brückenträger vollständig ab. Weitere Teile wurden beschädigt.

Zu dieser Zeit war nicht bekannt, in welchem Maße die Eisenbahnbrücke beschädigt wurde. Daraufhin musste der Zugverkehr aus Sicherheitsgründen bis auf Weiteres eingestellt werden. Erst durch eine Begutachtung eines Sachverständigen konnte der Zugverkehr nach längerem Ausfall wieder freigegeben werden. Der Schaden an der Eisenbahnbrücke hatte schwerwiegende Folgen für den darunterliegenden Straßenverkehr.

Da die erforderliche Statik der Konstruktion durch den schweren Zusammenstoß nicht mehr gegeben war, musste eine behelfsmäßige Stützkonstruktion angebaut werden. Diese war jedoch nur durch einen Einbau eines Stützpfeilers auf der Straße aus möglich. Aufgrund dessen musste die Fahrspur der Hauptstraße stadtauswärts auf rund 50 Metern voll gesperrt werden. Um einen beidseitigen Regelverkehr weiterhin zu ermöglichen, gab man den rechten stadteinwärts verlaufenden Parkplatz als Fahrspur frei. Kurze Zeit später gab die Deutsche Bahn bekannt, den Schaden bis Mitte Januar 2018 behoben zu haben.

2017 bis 2018 – Monatelanges hin und her um die Entscheidung der Eisenbahnbrücke

In den folgenden Wochen und Monaten überschlugen sich die Entscheidungen. Ein genereller Neubau oder eine Instandsetzung der Eisenbahnbrücke. Der sehnlichste Wunsch der Stadt Tauberbischofsheim nach einer neuen Eisenbahnbrücke und der dadurch resultierenden Möglichkeit am Verkehrsfluss etwas Neues zu bewegen, blieb diesen am Ende verwehrt.

Ende November 2017 teilte die Deutsche Bahn mit, dass die halbseitige Sperrung bis 10. Januar 2018 bestünde. Sobald die Baumaßnahmen abgeschlossen seien, werde der Fahrstreifen stadtauswärts wieder freigegeben.

So vergingen mehrere Wochen, als man Anfang März 2018 den endgültigen Entschluss fasste und die Instandsetzung der Eisenbahnbrücke verkündete. Des einen Freud, der Stadt´es leid. Die Instandsetzungsmaßnahmen wurden bis dato auf den Zeitraum von 07. bis 10. September angesetzt.

Mitte Juli erfolgte seitens der Westfrankenbahn die Mitteilung, dass man im August die Instandsetzungsmaßnahmen ausführen wolle. Wiederrum einen Monat früher als zuletzt angegeben.

2018 – Eisenbahnbrücke nach achteinhalb Monaten repariert

Achteinhalb Monate später begannen die Reparaturarbeiten der schwer beschädigten Eisenbahnbrücke am 30. Juli 2018. Der zuerst angesetzte Fertigstellungstermin war auf Mitte Januar 2018 datiert. Ein weiteres halbes Jahr verging. Im Auftrag der Westfrankenbahn führte eine darauf spezialisierte Firma aus der Region Südlicher Oberrhein die Arbeiten innerhalb von 11 Tagen durch. Am 10. August 2018 waren die Arbeiten abgeschlossen und die Fahrbahn für den Straßenverkehr wieder freigegeben.


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Fotos: René Engmann