Futterknappheit durch Dürreperiode – Ökologische Vorrangflächen zur Verfütterung freigegeben

Main-Tauber-Kreis Neckar-Odenwald-Kreis

Main-Tauber-Kreis/Neckar-Odenwald-Kreis. Die langanhaltende Dürreperiode durch ausbleibenden Niederschlag der vergangenen 4 Monate, hat im ganzen Land und speziell auch im Main-Tauber-Kreis und Neckar-Odenwald-Kreis zu starken Ertragseinbußen insbesondere auf Grünland, im Ackerfutterbau und bei spät geernteten Hackfrüchten geführt. Ab sofort ist die Verfütterung von ökologische Vorrangflächen (ÖVF) aufgrund der Extremsituation durch das Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz zugelassen. Neben der Eigennutzung ist die kostenlose Weitergabe im Rahmen der Nachbarschaftshilfe zulässig.

Ökologische Vorrangflächen ab sofort zur Verfütterung zugelassen

Das Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz hat daher nun entschieden, dass Flächen, die als ökologische Vorrangflächen eigentlich nicht genutzt werden dürfen (ÖVF-Brachen), in dieser Extremsituation ab sofort zur Verfütterung zugelassen werden. Neben der Eigennutzung ist die kostenlose Weitergabe im Rahmen der Nachbarschaftshilfe zulässig.

Vielen viehhaltenden Betrieben bleibt als Maßnahme zum Ausgleich der Futtergrundlage nur die Möglichkeit, nach der Getreideernte Zwischenfrüchte zur Verfütterung anzubauen. Wie die Landwirtschaftsämter der Landratsämter Main-Tauber und Neckar-Odenwald mitteilen, haben die EU, der Bund und das Land Baden-Württemberg ab sofort mehrere Möglichkeiten eröffnet.

Zwischenfrüchte zur Futternutzung erlaubt

Weiterhin sollen Zwischenfrüchte, die zur Bodenbedeckung, Bodenverbesserung und für mehr Biodiversität angebaut werden, ebenfalls zur Futternutzung geerntet werden dürfen. Jeweils acht Wochen nach der Aussaat können diese genutzt werden. Für Flächen nach dem FAKT-Programm gibt es noch keine Ausnahmen. Lediglich bei den Herbstbegrünungen kann zum Teil der Verpflichtungsumfang zugunsten einer Futternutzung reduziert werden.

13 Millionen Euro Ertragsminderung im Neckar-Odenwald-Kreis

Der Fachdienst Landwirtschaft schätzt unterdessen die Ertragsminderungen in der Landwirtschaft im Kreis Neckar-Odenwald auf etwa 13 Millionen Euro. Mit jedem weiteren Hitzetag steige der Schaden immer noch an. Im Futterbau müsse insgesamt mit etwa 30 bis 40 Prozent Ertragsminderung im Neckar-Odenwald-Kreis gerechnet werden, so die Prognose des Fachdienstes. Glücklicherweise könnten die Bauern oft auf gut gefüllte Silos zurückgreifen, denn derzeit wachse kein Grashalm auf den Wiesen und der Mais sei an vielen Stellen bereits vertrocknet und müsse vorzeitig gehäckselt werden. An anderen Standorten sei der Mais aufgrund sehr ungleich verteilter Regenmengen und unterschiedlicher Böden noch frisch. Am besten kommen Rotklee und Luzerne mit der Trockenheit klar.


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