Sachsenflurs Wahrzeichen »Linde« nach Unwetter schwer beschädigt

Main-Tauber-Kreis

Lauda-Königshofen. Als am späten Donnerstagnachmittag (09.08.2018) ein Luftmassenwechsel über den Landkreis herüberzog, entwickelte dieser dabei teils sturm bis orkanartige Böen. Für die unter Naturdenkmal stehende markante »Linde« auf dem Sachsenflurer Kailberg, ein schmerzlicher Ausgang. Als das Naturdenkmal getroffen wurde, zogen Sturmböen bis schwere Sturmböen von bis zu 87 km/h über die Region hinweg.

Naturdenkmal schwer getroffen

Gegen 16.17 Uhr richtete eine durch einen Luftmassenwechsel auftretendes Sturmtief einen schweren Schaden an dem Sachsenflurer Naturdenkmal »Linde« an. Dieses Naturdenkmal, zugleich Sachsenflurs bedeutendstes Wahrzeichen wurde dabei schwer in Mitleidenschaft gezogen. Durch die starken Böen brachen mehrere körperdicke Äste der Linde ab.

Luftmassenwechsel sorgte für Sturmböen

Ein genereller Luftmassenwechsel zog dabei über Deutschland. Dabei wurde die bisher anhaltende heiße Luftmasse durch ein neues Tiefdruckgebiet vom Atlantik her, mit kühlerer Luft ausgetauscht. Um die unterschiedlichen Luftdruckgebiete auszugleichen, erfolgte der Luftmassenwechsel. Dabei ist Wind der Versuch der Natur Luftdruckunterschiede auszugleichen. Ist an einem Ort 1015 hPa und an einem anderen Ort 1013 hPa, so wird der Wind vom höheren zum tieferen Luftdruck gehen. Je größer dieser Unterschied auf engem Raum ist, desto stärker ist die Natur daran dieses Druckloch mit Wind oder Sturm zuzuschütten.

Eine der offiziellen Wetterstationen des Deutschen Wetterdienstes für den Landkreis Main-Tauber in Niederstetten registrierte dabei um 16.20 Uhr eine Sturmbö von 78 km/h. Bereits 20 Minuten zuvor wurde an der offiziellen Messstation des Landkreises Neckar-Odenwald in Walldürn eine schwere Sturmbö von 87 km/h registriert.

Über das Naturdenkmal »Linde«

Der Lindenbaum, ein markanter, einzelnstehender Baum auf einer Anhöhe des »Kailberg« oberhalb des Ortes Sachsenflur, ist ein seit 1982 unter Naturdenkmal stehendes Einzelgebilde. Ein bedeutendes Ausflugsziel bei Wanderer und Naturliebhabern. Es befinden sich an der Linde Sitzgarnituren sowie eine Grillstelle, die vom örtlichen Heimatverein gepflegt und sauber gehalten werden. Schätzungen und Erwähnungen zufolge könnte die Linde bereits um die 147 Jahre alt sein und als Friedenslinde nach dem Deutsch-Französischen Krieg, der von 1870 bis 1870 andauerte, gepflanzt worden sein.


Fotos: René Engmann