Dürreperiode – In Flüssen und Bächen im Main-Tauber-Kreis wird das Wasser knapp

Main-Tauber-Kreis

Main-Tauber-Kreis. Die seit rund 4 Monaten anhaltende Dürreperiode in Deutschland macht sich ebenso im Main-Tauber-Kreis stark bemerkbar. In den Flüssen und Bächen im Main-Tauber-Kreis, insbesondere der Tauber, ist die Wasserführung erheblich zurückgegangen. Die Wahrscheinlichkeit, dass Schäden an der Gewässerökologie zu befürchten ist, wird immer größer. Das Landratsamt weist darauf hin, dass die Wasserentnahme von »geringen Mengen« bisher noch erlaubt bleibt. Sollte die Dürre weiterhin anhalten, tritt jedoch ein grundsätzliches Verbot von Wasserentnahmen aus allen öffentlichen Gewässern ein. Für Landwirte und Gartenbaubetriebe wäre dies eine Katastrophe.

4-monatige anhaltende Dürre macht sich bemerkbar

Die anhaltende und für diese Jahreszeit untypische Trockenheit – so die Aussage des Landratsamtes – der vergangenen Wochen hat bereits jetzt dazu geführt, dass die Wasserführung der Flüsse und Bäche im Main-Tauber-Kreis, insbesondere der Tauber, erheblich zurückgegangen ist. Sollten Niederschläge auch weiterhin ausbleiben, sind Schäden an der Gewässerökologie zu befürchten. Durch die niedrigen Wasserstände erhöhen sich die Schadstoffkonzentration und die Temperatur in den Gewässern. Dies führt zu einem geringeren Sauerstoffgehalt, eine Mindestwassermenge zum Schutz der Gewässerlebewesen muss unbedingt im Gewässer verbleiben.

Wasserabnahme »geringer Mengen« noch erlaubt

Das Landratsamt weist darauf hin, dass aus oberirdischen Gewässern und Grundwasser nur begrenzt Wasser entnommen werden darf, um die Abflüsse in den Gewässern des Main-Tauber-Kreises nicht zusätzlich zu verringern. Grundsätzlich bedürfen Wasserentnahmen einer schriftlichen Erlaubnis durch das Landratsamt. Ohne Erlaubnis zulässig sind nur Wasserentnahmen für den Gemeingebrauch, wie beispielsweise das Tränken von Tieren oder das Schöpfen von Hand mit Eimern und Gießkannen, sofern es sich um „geringe Mengen“ handelt. Lediglich Landwirte und Gartenbaubetriebe dürfen zur Entnahme „geringer Mengen“ auch Pumpen benutzen.

Das Gewässer darf jedoch durch die Entnahme keinesfalls trocken fallen. Bei der Beurteilung, ob es sich um eine geringe Menge handelt, sind im Einzelfall immer die Verhältnisse im Gewässer zugrunde zu legen. Ein Aufstauen beziehungsweise der Einbau von festen Entnahmevorrichtungen ist in jedem Fall genehmigungspflichtig.

Eine über den Umfang des Gemeingebrauchs hinausgehende Wasserentnahme bedarf einer schriftlichen wasserrechtlichen Erlaubnis der Unteren Wasserbehörde des Landratsamtes. Dies gilt auch für einmalige oder unregelmäßige Entnahmen. Eine Wasserentnahme ohne die erforderliche Erlaubnis stellt eine Ordnungswidrigkeit dar, die mit einem Bußgeld geahndet werden kann. Das Landratsamt empfiehlt daher, Wasserentnahmen grundsätzlich vorher mit der Behörde abzustimmen.

Grundsätzliches Verbot könnte kommen

Wie das Landratsamt auf Nachfrage mitteilte, ist mit einem grundsätzlichen Verbot von Wasserentnahmen aus allen öffentlichen Gewässern zu rechnen, falls sich die Situation weiter verschlechtert. Ausbleibender Niederschlag und die dadurch anhaltende Dürre könnte dazu führen.


Fotos: René Engmann