Verheerender Großbrand in Haßmersheim

Brände Neckar-Odenwald-Kreis

Haßmersheim. Ein verheerender Großbrand ereignete sich am Sonntagmorgen (08.07.2018) in der Schiffergemeinde Haßmersheim im Neckar-Odenwald-Kreis. Eine kommunale Gemeinschaftsunterkunft als Wohncontainer-Siedlung für Asylsuchende brannte hierbei fast vollständig nieder. Über 120 Einsatzkräfte waren im Einsatz. Ein Polizeihubschrauber sendete Livebilder an die Einsatzleitung am Boden. 25 Bewohner konnten gerettet werden, wobei 2 Personen leichte Verletzungen davontrugen. Die Brandursache bisher unklar. Äußerliche Brandstiftung wird derzeit ausgeschlossen. Der Schaden, mehrere hunderttausend Euro.

Gemeinschaftsunterkunft brennt nieder

Gegen 08.30 Uhr gingen unzählige Notrufe im Polizeipräsidium Heilbronn sowie der Integrierten Leistelle des Neckar-Odenwald-Kreis in Mosbach ein. Die Anrufer meldeten einen Brand von mehreren Wohncontainern auf einer Wohncontainer-Siedlung im Haßmersheimer Tannenweg. Bei der Wohncontainer-Siedlung handelt es sich um eine kommunale Gemeinschaftsunterkunft für Asylsuchende des Landkreises Neckar-Odenwald-Kreis.

Die Wohncontainer-Siedlung bestand aus zwei Reihen, wobei in der Reihe, in der das Feuer ausbrach und wütete, zur Brandzeit 25 Asylsuchende wohnten. Die Bewohner konnten sich allesamt selbst in Sicherheit bringen. Ein Bewohner zog sich Schnittverletzungen zu, eine zweite Person wurde mit Verdacht auf Rauchgasintoxikation ebenfalls in ein Krankenhaus eingeliefert. Die restlichen Bewohner sowie die Einsatzkräfte wurden nicht verletzt.

Das Feuer zerstörte rund 50 Wohncontainer. In der Reihe, in der das Feuer ausbrach, brannten alle Wohncontainer vollständig aus. Die benachbarte Wohncontainerreihe wurde schwer in Mitleidenschaft gezogen.

Durchsagen im Radio und Sozialen Medien

Aufgrund der durch den Großbrand entstandenen massiven Rauchentwicklung, begleitet mit einer Windstille der zu dieser Zeit geherrschten Wetterlage, bereitete sich der Brandrauch sehr langsam aus. Jedoch verblieb dieser durch die fast Windstille, auf lange Zeit über die Gebiete, über die er hinweg zog. Die Berufsfeuerwehr Reutlingen gab im Auftrag der baden-württembergischen Landesregierung die vorsorgliche »Gesundheitsgefährdungs-Warnung« heraus, bei dem aufgefordert wurde, Fenster und Türen geschlossen zu halten. Es bildete sich eine mehrere hundert Meter Hohe und breite Rauchsäule, die teils bis zu 50 kilometerweit zu sehen war.

Ebenfalls fuhr die Polizei mit mehreren Streifenwagen durch die betroffenen Gebiete und informierte die Anwohner durch Lautsprecherdurchsagen auf die Gefahr hin. Hiervon betroffen waren 7 Orte in der unmittelbaren Umgebung wie Haßmersheim, Siegelsbach, Neckarmühlbach, Gundelsheim, Neckarzimmern, Hochhausen und Hüffenhardt.

Die Landstraße 588 zwischen Haßmersheim und Hochhausen blieb bis auf weiteres, unter anderem aufgrund von Löscharbeiten und der anfänglich anhaltenden Rauchentwicklung, voll gesperrt. Eine örtliche Umleitung wurde eingerichtet.

Über 120 Einsatzkräfte vor Ort

Die Polizei zog alle verfügbaren Kräfte zusammen und war hierbei mit 20 Streifenwagen und 40 Beamten in und um Haßmersheim im Großeinsatz. Ein Polizeihubschrauber überwachte die Unglücksstelle aus der Luft und sendete dabei ein Livesignal an die Einsatzleitung am Boden. Die Freiwilligen Feuerwehren aus der gesamten Umgebung rückten mit insgesamt 63 Einsatzkräften und elf Fahrzeugen an, um gegen den Großbrand anzukommen. Das Deutsche-Rote-Kreuz war mit fünf Fahrzeugen vor Ort.

Mehrere hunderttausend Euro Schaden

Der Brandermittler schätzen den angerichteten Gesamtschaden auf derzeit mehrere hunderttausend Euro. Die komplette Wohncontainer-Siedlung ist durch das Feuer unbewohnbar geworden. Die Bewohner der Wohncontainer-Siedlung wurden während der Einsatzmaßnahmen in die Turn- und Festhalle von Haßmersheim gebracht und durchgecheckt. Anschließend erfolgte eine kommunale Verlegung in die Kaserne Mosbach-Neckarzimmern.

Äußerlich bisher keine Brandstiftung

Die Staatsanwaltschaft Mosbach sowie das Polizeipräsidium Heilbronn haben die Ermittlungen zur Brandursache aufgenommen. Die Ursache des Feuers ist bisher völlig unklar, wie ein Pressesprecher des Polizeipräsidiums Heilbronn auf Nachfrage von banews.de mitteilte. Hinweise auf eine Brandlegung von außen gibt es nach derzeitigem Stand der Ermittlungen keine.


Fotos: Damaris Haffelder, Ronny Reichel