Autokran stürzt auf Gleisbett und reißt Oberleitung mit sich

Main-Tauber-Kreis Verkehrsunfälle

Lauda-Königshofen. Gegen 18.00 Uhr kam es Samstag, den 21.04.2018 im Lauda-Königshöfer Ortsteil Königshofen zu einem schweren Arbeitsunfall auf einem Baustellengelände der Deutschen Bahn.

Keine Beeinträchtigung für den Bahnverkehr

Momentan finden auf der Bahntrasse Würzburg – Stuttgart, der Frankenbahn, im Abschnittsbereich zwischen Königshofen und Osterburken umfangreiche Bauarbeiten im Gleisnetz der Deutschen Bahn statt. Im Königshöfer Gewerbegebiet »Am Breitenstein«, parallel an der B292, wird eine neue Bahnbrücke über den Bach »Umpfer« gebaut. Diese wird seit mehreren Wochen vor Ort gegossen und soll in den kommenden Wochen mit einem Schubsystem eingeschoben werden. Bis 18. Mai ist daher die Strecke gesperrt.

Autokran stürzt auf Gleisbett und Oberleitung

Auf jener Baustelle arbeitete als Subunternehmen ein aus Würzburg ansässiges Kranunternehmen, das damit beschäftigt war, Spundwände in den Boden zu treiben. Bereits den ganzen Samstag wurden diese Arbeiten verrichtet.

Unvermittelt gab während den laufenden Arbeiten der Untergrund auf dem der Autokran stand, nach. Dieser kippte hierbei nach rechts weg, stürzte auf ein Gleisbett und riss mit seinem langen Ausleger dabei eine der zwei Oberleitungen mit sich herunter. Die am Ausleger angehängten Spundwände fielen hierbei zu Boden. Verletzt wurde glücklicherweise niemand.

Bundespolizeihubschrauber im Einsatz – Ursache weiterhin unklar

Um schnellstens von Stuttgart nach Königshofen zu kommen, flog die Bundespolizei den zuständigen Einsatzleiter per Hubschrauber ein. Bevor es jedoch zu Landung kam, wurde aus der Luft ein erstes Übersichtsbild angefertigt. Wie der Dienstgruppenleiter der Bundespolizeiinspektion Stuttgart, Roland Weckenmann in einem Interview mitteilte, waren weitere Bundespolizisten damit beschäftigt, sämtliche Mitarbeiter die zum Unfallzeitpunkt auf der Baustelle anwesend waren, zu befragen um ein Gesamtbild zu bekommen und gegebenenfalls Verantwortlichkeiten festzulegen.

Die Ursachenforschung läuft weiterhin auf Hochtouren. Weshalb der Autokran in das Gleisbett gestürzt ist, ist bislang unklar. Der Gesamtschaden pendelt sich im sechsstelligen Bereich ein.

Aufwendige Bergungsmaßnahmen

Um den havarierten Autokran wieder auf die Beine zu bekommen, rückte bereits am späten Samstagabend das ansässige Kranunternehmen mit weiteren Autokränen an. Die Vorbereitungen und örtlichen Gegebenheiten erforderten einen aufwendigen Akt, der bis weit in die Samstagnacht andauerten. Im Laufe des Sonntags konnte die Bergung erfolgreich abgeschlossen werden.

Zweiter Unfall auf Bahngelände innerhalb zwei Tagen im Main-Tauber-Kreis

Bereits einen Tag zuvor, ereignete sich am Freitagvormittag (20.04.2018) im Bad Mergentheimer Bahnhof ein Bahnunfall im Gleisbereich (wir berichteten). 500 Meter vor dem Bahnhof in Bad Mergentheim setzte ein Personenzug zum Gleiswechsel an. Hierbei ging es über eine Weiche, die den Triebwagen auf das Gleis 1 hätte bringen sollen. Der vordere Wagon fuhr bereits auf dem ersten Gleis ein, als beim zweiten Wagon die hintere Achse aus den Gleisen sprang. Das Drehgestell bohrte sich hierbei in den Schotter hinein und blockierte somit Gleis 2 zusätzlich. Während des Rangiervorgangs befanden sich keine Passagiere im Zug.


Fotos: René Engmann