Kirchturmbeleuchtung in Tauberbischofsheim muss nicht abgeschaltet werden

Main-Tauber-Kreis

Tauberbischofsheim/Karlsruhe. Seit Dezember 2015 wird der Kirchturm der katholischen St.Martin Stadtkirche Tauberbischofsheim ab Einsetzen der Dämmerung bis zum Anbruch des Tageslichts mit LED-Scheinwerfern angestrahlt. Außerdem ist die obere Balustrade des Turms mit umlaufenden LED-Leuchtleisten ausgestattet.

Die Beleuchtung führt zu einem Lichteinfall in die Eigentumswohnung der Klägerin. Die Klägerin will eine Abschaltung der Lichtanlage erreichen. Sie macht geltend, ihre Schlaf- und Ruheräume würden mit der mehrfachen Lichtstärke einer hellen Vollmondnacht ausgeleuchtet. Zudem sei die Lichtfarbe Kaltweiß besonders störend.

Das Landgericht Mosbach hatte bereits im vergangenen Jahr 2017 die Klage abgewiesen. Diese Einschätzung wurde nunmehr von dem unter anderem für nachbarrechtliche Streitigkeiten zuständigen 12. Zivilsenat des Oberlandesgerichts Karlsruhe bestätigt. Die Verhandlung und das Urteil fiel am gestrigen Dienstag.

Im Auftrag des Oberlandesgerichts hatte ein Sachverständiger die Lichteinwirkungen in der Wohnung der Klägerin gemessen und beurteilt. Diese Messungen ergaben, dass die von der Kirchturmbeleuchtung ausgehenden Lichteinwirkungen auf die Wohnung der Klägerin nur unwesentlich sind. Dies gilt auch unter Berücksichtigung der von der Klägerin als besonders störend empfundenen Lichtfarbe.

Der Senat verwies in seinem Urteil im Übrigen darauf, dass Lichteinwirkungen auch durch Maßnahmen der Klägerin – etwa lichtundurchlässige Vorhänge- abgewehrt werden könnten. Auch der Lichteinfall auf die Dachterrasse der Klägerin durch die Kirchturmbeleuchtung ist nach Beurteilung des Senates im innerstädtischen Bereich hinzunehmen.

Die Entscheidung ist rechtskräftig.


Foto: René Engmann